Konnichiwa - Japan in 16 Tagen

In Bangkok, auf den Skytrain wartend, gucken wir beide an ein riesiges Werbeplakat mit dem Slogan „Mit Fly Peach von Bangkok nach Okinawa für 3000 Bhat“ das sind umgerechnet CHF 90.00 one way à. Japan wir kommen!

 

Ein paar Wochen später und ca. 4.5 Flugstunden von Bangkok entfernt, landen wir in Okinawa einer grossen Insel vor Japan. Okinawa kennt man aus der Geschichte mit einer tragischen Vergangenheit während dem Zweiten Weltkrieg. Hier haben wir insgesamt 6 Tage eingeplant, bevor wir von dort aus nach Osaka weiter fliegen.

Alles ist ein bisschen anders in Japan. Check–in, vor der offiziellen check-in Zeit (14.00 Uhr) im Hotel gibt’s nur gegen Aufpreis. Wir kamen um 13.00 Uhr an, aber die Rezeption verlangt umgerechnet CHF 10 pro Person für vorzeitigen Zimmerbezug. Really???

Man erhält immer ein perfekt gebügeltes und Origami mässig gefaltetes Pyjama oder einen Kimono zu schlafen. Jedes Hotel hat eine Art Spa „Onsen“, wo man sich auf einem kleinen Hocker wäscht und dann in 40 Grad warmem (für Ihn heissem, zu heissem) Wasser badet.

Es gibt nirgends Abfalleimer. Wir machen es uns zum Sport, derjenige, der den ersten findet, hat gewonnen. Erst viel später in einer U-Bahn Station in Kobe sehen wir einen einsamen Abfalleimer. Bis dahin haben wir jedoch schon längst gelernt unseren eigenen Abfalleimer immer dabei zu haben. Da wird einem wenigstens mal wieder bewusst, wie viel Müll man so an einem ganzen Tag „sightseeing“ produziert.

Wir erfahren erst in Kobe von einem Freund, der zufälligerweise dort gerade japanisch lernt, dass die Regierung alle Mülleimer aufgrund eines Bombenanschlages hat entfernen lassen. Schluck – jetzt bin ich froh die Dinger sind weg. Bezüglich Sicherheit haben wir uns in Japan puddelwohl gefühlt. Wir sind sogar auf Klo und haben unsere Taschen draussen unbeaufsichtigt stehen lassen.

Sauberkeit ist genau so unglaublich beeindruckend – nicht mal in der Grossstadt Tokyo liegt was am Boden – nichts – man könnte auf der Strasse picknicken. Die Autos sind alle so leise, meistens Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. In Okinawa fahren praktisch alle kleine quadratische Schuhschachtel ähnliche Elektroautos, die langfristig die Umwelt schützen.

Wenn ich Japan in 2 Worten beschreiben müsste, würde ich sagen „ aufgeräumt und ruhig“.

Höflichkeit ist ebenso gross geschrieben. Ich fühle mich wie in einer Blase der perfekten Welt, wo all die Dinge an denen wir uns ständig aufregen, einfach funktionieren. Es gibt kein Gedränge in den U-Bahn Stationen, die Mülleimer sind nie überfüllt, Rauchen und dann die Kippen vor dem Einsteigen noch kurz auf die Gleise schmeissen, gibt’s nicht.  Die Taxifahrer tragen weisse Handschuhe, öffnen und schliessen die Türen IMMER für den Fahrgast. 

Fashion ist hier allgegenwärtig. Tokyo ist mein neues Shoppingparadies, dicht gefolgt vom „evergreen“ Bangkok. Aber eigentlich hab ich gar keinen Platz mehr im Koffer. Man findet jedoch immer ein kleines Plätzchen, wo man irgendwie noch was reinstopfen kann – oder dann eben in seinem Koffer auslagern.

Uups jetzt bin ich abgeschweift - zurück zu Okinawa. Gleich am zweiten Tag fahren wir mit dem Bus der Küste entlang und mieten uns ein Velo um die Fukugi-Bäume Allee abzustrampeln, wunderschöne riesige Bäume mit weissen Sandstrassen. Das Meer ist glaskar und schimmert uns in verschiedenen grün und türkis Tönen entgegen.

Es gibt hier unzählige kleine Inseln mit super Tauch- und Schnorkelspots, die wir eigentlich anschauen wollten. Okinawa selbst ist schon so vielfältig, dass wir hier bleiben und zur Kouri-Insel fahren, welche mit einer Brücke verbunden ist. Dort machen wir es uns nochmals zwei Tage in einem tollen Bungalow mit Sicht auf das Meer gemütlich. Für die Gossip Gierigen unter euch - wir verloben uns hier auf dieser Insel - wie und wo Er mir den Antrag stellte, verrate ich aber nur bei persönlichem Gespräch bei Kaffee und Kuchen. :-)

 

Von Okinawa fliegen wir nach Osaka, verbringen einen Abend in der quirligen Stadt, die uns auf den ersten Blick sehr gefällt und reisen dann am nächsten Morgen weiter nach Kobe. Wer gerne Kobe oder Wagyu Fleisch ist, der sollte sich hier mal ein paar Tage vergnügen. Restaurant an Restaurant alles verkauft das stark marmorierte, zarte Fleisch von den Tajima-Rindern. Ich bleibe trotzdem Vegetarier und schnappe mir jeweils das Gemüse vom Grill.

Kobe gefällt uns ebenfalls sehr, aber wir müssen weiter, denn die letzten Wochen unserer Weltreise müssen wir einen Zahn zulegen. Überall 4-5 Tage zu verweilen liegt jetzt nicht mehr drin - schön war's aber trotzdem. Und genau deshalb macht eine Weltreise so viel Spass - weil man sich überall die Zeit nehmen kann und richtig in eine Stadt oder Region eintauchen kann. 

Next Stop ist Kyoto - herrlich ist's hier, unsere 3 Nächte verfliegen und abends fallen wir jeweils todmüde ins Bett. Und trotzdem gibt's noch so Vieles zu sehen. Von Geishas die abends auch die Gassen huschen, haben wir viel gehört und tatsächlich - am zweiten Abend sehen wir ein paar Geishas, die mit kurzen zackigen Schritten, wie Geister aus eine anderen Welt wieder hinter einer Papiertür verschwinden. Eine Geisha zu fotografieren ist verboten und eine zu treffen und beim Abendessen unterhalten zu werden, ist unglaublich teuer und nicht ganz so einfach zu organisieren.

Wir gönnen uns dafür eine Tee Zeremonie - die auch sehr eindrücklich ist. Die Japaner lieben Zeremonien und klar definierte Abläufe. Als Schweizer und nach 10 Monaten routinelosem Herumreisen passt mir das wunderbar.

Wir beenden unsere Japan Reise in Tokyo, finden ein tolles Air Bnb Apartment und verbringen viel Zeit mit dem U-Bahn System von Tokyo. So nach drei Tagen haben wir den Dreh raus und könnten noch lange so weitermachen, vom Katzen-Kaffee, zur Hachiko Statue, über eine Day-House-Party zu Shopping und Sushi bis zum Umfallen.

Glücklich und wehmütig fliegen wir weiter nach Bali. Japan wir kommen zurück - es gibt noch so Vieles zu sehen, wir konnten in den 16 Tagen gerade ein bisschen an der Oberfläche kratzen.

 

 

 

 

Vietnam - überraschend anders

Über Vietnam haben wir nur Gutes gehört und nun ist es an der Zeit, dass wir unsere eigene Meinung bilden.

Unser erster Abend in Hanoi lässt uns euphorisch werden über die bevorstehenden 3 Wochen. Die Altstadt ist voll von kleinen schnuckeligen Kaffees und Restaurants. Die Einheimischen hocken alle auf Mini-Plastik-Hocker und essen draussen auf der Strasse. Ab und zu hört man ein „Krack“ von den Touristen welche sich ebenfalls auf den Stühlchen versuchen niederzulassen.

Wir haben Glück und am nächsten Tag ist die Stadt komplett autofrei und nur Kinder mit Elektroautos sind zugelassen.  Vom Porsche zu Traktor und Hummer fährt nun alles im Mini-Format die Strassen entlang.

Nach 2 Nächten haben wir’s gesehen und fahren mit dem Bus weiter nach Sapa – eine kleine Stadt auf 1600 Meter Höhe und Ausgangspunkt für Trekkingtouren zu den Bergvölkern. Die Stimmung hier ist komplett anders als in Myanmar, wo wir ebenfalls Trekking Touren zu den Bergvölkern unternommen haben. Die Menschen sind sich schon so an den Tourismus gewöhnt und davon abhängig geworden. So hängt uns ständig jemand in den Ohren und will uns was verkaufen. Kleine Mädchen, die einem den ganz Weg hinterherlaufen und am Ende mit grossen Augen so traurig gucken, dass man gar nicht anders kann als was abzukaufen. Die Stadt an sich ist laut, weil ständig gehämmert wird und die einst schöne Natur wird zugebaut mit grossen Hotelkomplexen direkt in Hanglage. Sapa ist wunderschön aber auch leider dem Tourismus zu stark in die Hände gefallen.

Wir ziehen weiter mit einem Schlafbus in Richtung Halong Bay – dass war ne fahrt ich sag’s euch.  10 Stunden lang ein hustender, rülpsender und Schleim produzierender Vietnamese direkt vor uns und ein Busfahrer der sich vor Abfahrt noch kurz ein paar Läuse hat entfernen lassen. Sobald der Bus hält, spucken erstmal alle auf den Boden, gehen aufs Klo ohne die Hände zu waschen und essen noch irgendwas ekliges wie z.B Hühnerbeine.

Bis jetzt gefällt uns Vietnam gar nicht – auch das überfüllte und von Müll und Öl verschmutzte Halong Bay kann uns nicht begeistern. Die Stimmung am Abend auf einem der in die Jahre gekommenen Holzboote ist jedoch wunderbar – einen guten Deal bekommt man, wenn man erst am Tag davor bucht – ansonsten sind CHF 300.- bis 800.- für eine Nacht  ganz normal. Die Qualität stimmt aber bei weitem nicht überein mit den überrissenen Preisen.

Wir überlegen schon das Land frühzeitig zu verlassen und noch ein bisschen mehr von Thailand zu sehn bevor es nach Japan geht. Zum Glück machen wir das nicht, denn  etwas weiter südlich lieg Hội an, eine Küstenstadt mit ca. 75'000 Einwohnern am Südchinesischen Meer gelegen und eines der schönsten Orte, die wir je bereist haben. Hier würde ich sofort wieder hinkommen und empfehle jedem mal eine Woche hier zu verbringen. 

Die Stimmung ist unglaublich friedlich bis auf die allabendlichen verbalen Beschimpfungen unter den einheimischen Frauen, welche den Touristen ihre schwimmenden Kerzen verkaufen wollen. Meistens schritt dann zum schlichten die Polizei ein, bis es soweit war, bildete sich jeweils eine Traube voller Schaulustiger, die gespannt das Spektakel verfolgten.

Die kleine Stadt ist autofrei, französische Musik läuft aus den Lautsprechern in den Strassen, abends leuchten die tausend Laternen, man fährt mit dem Velo durch die Gassen und hält irgendwo in einem der vielen tollen Restaurants. Hier haben wir endlich mal richtig gut Vietnamesisch gegessen und freundliche Vietnamesen kennengelernt. Die letzten 4 Nächte verbringen wir in Saigon oder wie sie nach der Wiedervereinigung 1976 von Nord- und Südvietnam genannt wird, Ho-Chi-Minh-City. 

Drei mal essen wir beim gleichen Inder um die Ecke, weil's  einfach so unglaublich gut war - jeden Abend nahmen wir uns vor zum Abschluss nochmal vietnamesisch zu probieren, aber irgendwas hat uns einfach immer magisch zu diesem Inder reingezogen. Vielleicht hätten wir noch Indien bereisen sollen - auf unserer nächsten Weltreise dann.

Die Stadt gefällt uns überhaupt nicht und die vielen Scooter die bei grün, gelb und rot gleichermassen die Strassen überqueren und einem den Abgas ins Gesicht pusten, können uns nach einem Tag bereits gestohlen bleiben.

Ein Tagesausflug zum Tunnelsystem von Cu Chi mit anschliessendem Besuch im Kriegsopfer Museum ist ein Muss und gibt einem Einblick in die tragische Vergangenheit der Vietnamesen, die noch gar nicht lange zurück liegt.

 

Shopping soll anscheinend genial sein - aber wir können uns vom Angebot nicht begeistern.

Ein altbekanntes Produkt öffnet uns allerdings erst in Vietnam die Augen und unsere Geschmackssinne - Kaffee! Der ist hier unglaublich gut, besser als überall auf der Welt. Sogar Kolumbien kann hier zusammenpacken.

Wir treffen uns mit einem Kaffee Produzenten um mehr über die Top Qualität zu erfahren und bleiben in Kontakt. Mit einem Kilo Kaffee im Gepäck gehts wieder zurück zu unserer Lieblings-Dreihscheibe Bangkok.

 

 

Thailand - always a good choice

ER:

 

Von Yangon fliegen wir zurück in unsere geliebte Stadt Bangkok. Reisen kann anstrengend sein, wenn man stets unterwegs ist, jeden Tag oder jeden zweiten in Hotels ein- und auschecken muss. Ok, das ist Klagen auf höchstem Niveau. So entscheiden wir uns in Thailand drei Wochen einzuplanen und beschliessen je eine Woche auf Ko Samui, Ko Tao und Ko Phanghan zu verbringen.

Es wird Zeit an Fitness zu denken, da ja bald wieder Sommer ist und die Herkules-Figur mit Sixpack an der Tagesordnung sein muss. Ich beziehe mich auf den Schweizer Sommer, denn Sommer haben wir seit rund 10 Monaten seit Beginn der Weltreise. Für mich persönlich war das Wichtigste in Bezug auf Planung unserer Reise die Route so zu legen, dass wir stets in der besten Reisezeit des jeweiligen Landes unterwegs sind. Dies ist uns bis jetzt gelungen und die Monsunzeiten konnten wir umgehen.

 

Nachdem wir den sechsfachen Weltmeister in Muay Thai kennengelernt haben und wir bereit für strenge Fitness und hartes Training sind, melden wir uns in Ko Samui in seiner Muay Thai Schule an. Zu lange haben wir nichts gemacht und uns in netten Restaurants und Cafés vergnügt.  Nach dem ersten Training bzw. am Folgetag bekommen wir dies zu spüren. So verbringen wir eine Woche am Lamai Beach im empfehlenswerten Beluga Hotel abseits von der Touri-Masse vom Chaweng Beach zwischen Muay Thai, Pad Thai und Thai-Massage. 

 

Next Stop: Ko Tao

Von Ko Tao hatte ich so viel Positives gehört. Es soll das Taucherparadies schlechthin sein. So entschied ich mich endlich nach 12 Jahren seitdem ich in Key West Florida angefangen hatte, das Taucher Brevet "PADI" abzuschliessen. 3 Tage soll das Ganze dauern inkl. 4 Tauchgänge, Theorieprüfung etc. für unschlagbare 240 $ USD.

Wir steigen für eine Woche an der Sharks Bay im fabelhaften Jamakhiri Hotel ab . Hier soll es kleine „blacktipped“ Sharks geben. Mehrere Hotelgäste haben dies bestätigt. Nach erfolgreicher PADI Prüfung schliessen wir Freundschaft mit einem indischen Paar aus Mumbai (mit ihr hatte ich das PADI absolviert) und verabreden uns für ein Diving in Ko Phangan beim Sailrock. Dort soll es Walhaie geben, die auch für Schnorchler sichtbar sind. Gut für Corinne!

Fasziniert von der Unterwasserwelt stimmen wir zu und treffen uns zwei Tage später in Ko Phangan zu einem gemütlichen Dinner.

 

Ko Phangan

Partymekka, Chillout Place, Spiritual Vibes und Yoga für alle soll es dort geben. Auch Muay Thai gibt es wie überall in Thailand. Wir buchen diesmal eine einfache Unterkunft in der Nähe des Diamond Muay Thai. Diese Woche soll dem Muay Thai und Tauchen gewidmet sein. Den Secret Beach, von dem Olivia (eine ehemalige Arbeitskollegin) schwärmt, will ich mir nicht entgehen lassen.

Nach Ankunft in der Mangroven Villa, na ja Villa kann man diese nicht bezeichnen, aber mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, fahren wir los zur Diving Site, wo wir mit unseren indischen Freunden mit dem Boot zum Sailrock fahren.

Kaum angekommen spüren wir die Sensation in der Luft. Walhaie! Zwei Walheie chillen gemütlich um den Sailrock rum und zeigen sich von der besten Seite. Wir springen alle ins Wasser mit Maske und Schnorchel und bestaunen die Säugetiere von Nächstem. Ein 4m Walhai war nur 3m von uns und so konnten wir dieses Prachtexemplar von ganz nah beobachten. Corinne will auf Nummer sicher gehen und krallt sich an mir fest. Sie trägt sogar eine Sicherheitsweste um auf dem Wasser gemütlich gleiten zu können. Ich aber nicht! Und so stösst sie mich unter Wasser, ein bisschen näher zum Walhai. Ich sage „Hallo“ auf Baseldyytsch, er versteht mich nicht und tauche wieder auf zur Oberfläche. Dangge Schatz!

Am nächsten Abend treffe ich einen alten Fussball Kollegen aus Aesch, der zufälligerweise auf Ko Phangan seine Ferien verbringt. Seit über 10 Jahren hatten wir uns nicht gesehen. Wir verabreden uns zum Abendessen und quatschen über die letzten Jahren, was so gegangen ist, erinnern uns an alte Fussball- und Partyzeiten und realisieren erst jetzt wie cool das Ganze gewesen ist. Um 3.00 Uhr morgens und 28 Chang Biers später merken wir das es Zeit ist, den Kopf ins Kissen zu drücken und verabschieden uns. Cya in Basel!

Bevor wir Ko Phangan verlassen fahren wir mit dem Scooter runter zu Haad Rin, dort wo es die berauschenden Fullmoon Parties gibt. Dort sollen wir gemäss Olivia ein Boot rüber zu den „geheimen“ Stränden nehmen. Der Tagestripp hatte sich wirklich gelohnt! Tolle Strände, super Food, chillige Hangout Atmosphäre und für Corinne gab es im „Sanctuary“ sogar Yoga. Okay zugegeben es war ein bisschen „abgespaced“ als ein Deutscher uns ansprach, ob wir von Entzündungen gereinigt werden möchten. Er wollte uns einen Stein auf die Brust legen und uns von allem Bösen und Sorgen befreien. Ich sagte ihm, dass wir ein Jahr lang auf Weltreise sind und ich mich nie sorgenfreier gefühlt hatte als jetzt. Er könne seinen tollen Stein irgendwo anders setzen. 

 

Kurz und bündig: Wir haben drei spannende Wochen mit unterschiedlichen Aktivitäten erlebt! Thailand ist immer eine Reise wert und es gibt noch so viele Orte/Inseln zu besuchen. Wie Terminator einst sagte: „I will be back!“

 

Burma - das Land der tausend goldenen Pagoden

 

ER

Mystisches Myanmar - nach ein paar Tagen in Bangkok geht’s ab in das für uns unbekannte, spannende Myanmar oder wie es früher hiess und von den meisten Einheimischen immer noch genannt wird: Burma!

 

Wir benötigen ein Visum und ein Ticket mit bestätigtem Rückflug – wobei das mit dem Rückflug hätten wir uns auch sparen können – keiner fragt uns danach. Von Bangkok fliegen wir direkt nach Mandalay. Leider ist es nicht das Mandalay Bay Hotel in Las Vegas (auch wenn ich mir das innerlich gewünscht hätte J), sondern die zweitgrösste Stadt Myanmars.

Wie man so schön sagt: „You have one shot to make your first impression“ und der erste Eindruck ist sehr positiv. Die Leute lächeln bei Ankunft, zeigen ernsthaftes Interesse (und damit mein ich nicht Finanzielles), sondern Offenheit für ausländische Gäste, die Interesse und Neugier für ihr Land mitbringen. Wenn man bedenkt, Myanmar hat die Grenzen für den Tourismus erst im Jahre 2010 wieder geöffnet, da von 1988-2010 eine Militärdiktatur herrschte. Man kann es sich in etwa wie Thailand vor 40 Jahren vorstellen. Der Buddhismus wird hier aus unserer Sicht noch intensiver gelebt als in Thailand. Die Leute sind streng gläubig und geben ihr letztes Geld für sogenannte „Gold leafs“ aus. Dies sind viereckige, ganz dünne Papiere, die tatsächlich aus feinen Goldpartikeln bestehen. Diese werden von Hand auf verschiedene Buddha Statuen geklebt. Wir stellen immer wieder fest, je höher der „Buddhismus Faktor“, je friedlicher, angenehmer, freundlicher und herzlicher die Menschen, die diese Religion leben und die Stimmung im Lande prägen.

 

Kaum im Bagan King’s Hotel angekommen, reservieren wir für die nächsten drei Tage je eine Tagestour, inkl. Mittagessen, Eintrittsgebühren, eigenem Fahrer und Tourguide für 18 $ pro Person. In Zürich erhält man für diesen Preis einen Gin Tonic im Plastikbecher.

 

SIE

Was ist nur mit uns los - In Burma werden wir zu richtigen Touris - jeden Tag eine geführte Tour. Aber das ist genau was man hier machen sollte, die Tourguides sind unglaublich gut ausgebildet. Es fühlt sich eher so an wie wenn wir jeden Tag einen neuen Lebensberater an unserer Seite hätten – Buddhismus für Anfänger sozusagen. Ich bin mir sicher, wenn alle Menschen diesen Lifestyle pflegen würden, hätten wir Frieden auf Erden.

 

Es lohnt sich übrigens nur den Flug nach Myanmar zu buchen und dann vor Ort sozusagen „on the go“ die nächsten Steps zu buchen – man kann nicht viel falsch machen. Das Land ist gut erschlossen, mal nehmen wir den Bus mal ein Boot den Fluss hinunter und einmal wandern wir selbst zum nächsten Dorf. Diejenigen welche alles vorab buchen, zahlen einfach das 5-fache von dem was man vor Ort bezahlt und dies direkt dem lokalen Anbieter, d.h. das Geld fliesst direkt ins Land. Unsere 18 Dollar Tagestour haben unsere Italienischen Freunde aus der gleichen Gruppe mit 120 Euro vorab beim Reisebüro bezahlt. Das grosse Stück Kuchen kassiert das Reisebüro in Europa. Sollte es nicht umgekehrt sein?

Nur ein Globetrottel bucht bei Globetrotter“ – unser neuer Spruch seit wir mit dem Camper „Fritz“ in Kanada und Alaska unterwegs waren. Eines unserer grössten „Learnings“ auf dieser Reise. IMMER DIREKT BUCHEN. Ah, das hat jetzt gut getan – sorry Reisebüros.

 

Warum spucken viele Burmesen eigentlich ständig so rotes Zeug auf den Boden? Oft verschwinden sie auch einfach kurz, wenn  man sie etwas fragt und tauchen dann lächelnd mit roten Zähnen wieder auf. Am nächste Tag finden wir heraus, dass viele süchtig sind nach Bitternüssen, eingewickelt in grüne Blätter zusammen mit Gewürzen. Den ganzen Tag liegt das Bündel im Mund und verursacht so die roten Lippen und Zähne - sieht aus wie bei Dracula zuhause - whuuaaaa. Belebt anscheinend wie Kaffee und hält den Geist wach. Leider hat das Zeug auch eine Krebs erregende Wirkung und OP`s im Rachen und Mundraum sind keine Seltenheit. 

 

Von Mandalay reisen wir nach 4  Nächten mit dem Boot nach Bagan. Die Aussicht auf die vielen Pagoden, ab und zu ein paar Fischer, leckeres Essen und gute Gespräche mit anderen Reisenden lassen die 12-stündige Fahrt im Nu verfliegen.

Bagan ist sehr staubig, weil wir gerade in der aufkommenden Trockenzeit reisen. Es gibt keine geteerten Strassen, dafür aber ungefähr 2000 gut erhaltene Pagoden aus Ziegelsteinen, eine der grössten archäologischen Stätten Südostasien. Das ist wirklich unglaublich schön zum Ansehen. Bekannt ist Bagan auch von den Bildern mit den Heissluftballons, welche als bunte Punkte über die Pagoden schweben, während die Sonne aufgeht. So schön diese 30 minütige Ballonfahrt auch sein mag – „A TESTA“ (= pro Kopf) kostet die CHF 320.- Stutz. Da lachen sogar die Burmesen nur kopfschüttelnd darüber und können es gar nicht glauben, dass wir Westler (nicht Wrestler) dafür soviel Geld ausgeben. Unser Tourguide hat eine viel bessere Idee und bringt uns zum Sonnenuntergang auf eine verlassende Pagode auf die wir hochklettern dürfen, um von dort „fast“ die gleiche Aussicht zu geniessen.

 

Zwei Nächte in Bagan sind perfekt und wir reisen diesmal mit einem komfortablen Bus nach Kalaw – ca. 10 stunden holpern wir hupend die kurvigen Strassen entlang. Ich find’s genial zum Schlummern und ER freut sich auf die Ankunft.

Irgendwo hab ich gelesen das Kalaw ein Trekking Ausgangspunkt sei um von dort zum Inle Lake zu wandern. Wir haben nichts vorab gebucht und lassen uns mal überraschen. In unserem 360 Grad Hotel das tatsächlich komplett rund gebaut ist, sind wir neben einer indischen Familie die einzigen Touristen. Kurz an der Reception nachgefragt sitzen wir eine Stunde später mit unserem Tourguide zusammen und besprechen die Route für die nächsten 2 Tage.

Ich habe in Burma nie das Gefühl, dass mir eine Tour verkauft wird – sondern dass ich immer diejenige bin, welche diese Tour unbedingt erleben möchte. Das nenn ich mal ne clevere Verkaufstaktik – die Burmesen haben das irgendwie im Blut – ehrlich, selbstbewusst und neugierig.

Am nächsten Morgen stapfen wir zusammen mit unserem Guide durch Reisfelder, Ingwer- und Bohnen Plantagen. Nach 4 Stunden machen wir halt bei einer Bauernfamilie. Wir ahnen schon, dass uns jetzt das Mittagessen blüht und überlegen uns bereits, wie wir uns da rausreden können – unsere Angst vor Durchfall und Co. ist hoch.

Der erste Hoch-Risiko Drink wird serviert – frisch gestampfte Erdbeeren in Milch – und was nun? Ablehnen wäre ja extrem unhöflich – ausschütten geht nicht, da wir sozusagen in ihrem Schlafzimmer sitzen und unten Kühe umherlaufen – das würde sofort auffallen, wenn die Erdbeer-Matsch auf ihrem Kopf hätten. ER macht sich’s einfach und schiebt mir seinen Drink zu – jetzt hab ich zwei – Danke. Ich probiere mal – vielleicht schmeckt’s ja nicht, dann hab ich wenigstens ne ehrliche Ausrede.

Diese Erdebeer-Matsch-Milch schmeckt genial und ich trinke beide leer – danach folgt eines der besten Reisnudel Gerichte die ich je in meinem Leben gegessen habe „Shan-Nudeln“ mit einer Erdnuss-Tamarinden Sauce – die sind so lecker, dass ich ein paar Tage später extra noch einen Kochkurs belege, um das Gericht in der Schweiz nachkochen zu können. Nach zwei Stunden Pause wandern wir weiter zu den Bergvölkern hoch und übernachten bei einer Familie zuhause. Duschen tut man sich im Freien. Mit einer Schüssel schöpft man das erfrischend kalte Wasser über sich – und geschlafen wird auf ein paar Decken in einer Strohhütte. Zur Sicherheit befestige ich noch das Moskitonetz in einer aufwändigen Konstruktion über uns. Der Hausherr lacht mich aus und meinte nur, dass es keine Moskitos gibt . Ich hab ehrlich gesagt auch mehr an die vielen Spinnen um uns herum gedacht. Die sind aber alle weg, sobald ich das Netz montiert hatte.

Hier oben in den Bergen ist es unglaublich friedlich, die Menschen sind interessiert, wollen uns unterhalten und sind offen um über Politik zu sprechen.

Wir essen wieder unglaublich gut – wie machen die das nur? Auf offenem Feuer 6 verschiedene Gemüse Sorten, Reis, Nudeln und Pommes Frites – ich schaue den Frauen ein bisschen zu und bin beeindruckt von der Organisation.

 

In der Nacht schleichen sich Kühe und Büffel um unsere Hütte, irgendwann schlafen wir aber ein und erwachen zum Geräusch von Holzkarren, die von Büffeln gezogen werden. Ab und zu trifft man auf ein Touri-Grüppchen. Man fühlt sich aber trotzdem noch wie die ersten Entdecker dieses Volkes und so wandern wir glücklich und zufrieden am nächsten Tag zum Inle Lake.

Lynn unser Tourguide ist inzwischen ein Freund geworden und wir bleiben auf Facebook verbunden. So erfahren wir fast täglich was er gerade so treibt. Die Burmesen sind erstaunlich aktiv auf Facebook und es macht Spass ihre Kringelschrift im Google Translater zu übersetzen.

 

Wir überlegen lange, ob wir auf dem Inle Lake oder nahe am Inle Lake übernachten sollen – landen dann aber weit weg im wunderbaren Mount Inle Hotel & Resort. Der Inle Lake ist voll von lauten knatternden Booten und den berühmten einbeinigen Ruderer. Einige Schilder weisen bereits darauf hin, dass der Umweltschutz ein Thema ist und sich der See hoffentlich bald wieder erholen kann und zurück zu seinem klaren, blau schimmerndem Wasser findet. Ich bin sicher die Burmesen bekommen das in den Griff.

 

Zum Abschluss verbringen wir noch ein paar Tage in der Hauptstadt Yangon, werden von Burmesen zum Abendessen eingeladen und verlassen das Land in absoluter Glückseligkeit. Ich würde sofort wieder nach Myanmar fliegen, es gibt noch vieles, was wir nicht gesehen haben. Das Land ist riesig, hat ca. 55 Mio. Einwohner, eine neugewonnene Freiheit, und Menschen die Gier und Eifersucht nicht zu kennen scheinen. Es lebe der Buddhismus!

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Caipirinha, Lebensfreude und Samba - Bem-vindo ao Brasil!

Wir landen in Belém - endlich! Ich dachte schon wir kommen nie von diesem Himmel runter. Gebucht hatten wir ein Ticket mit drei Flügen von Miami nach Belém, daraus wurden dann vier mit zusätzlich zwei Stunden über Belém kreisen, in Cayenne auftanken und nochmals zwei Stunden vor Landung rumkreisen. Gemäss Captain waren die Wolken zu dicht. Dieser Trip hat auch nicht gerade dafür gesorgt meine leichte Flugangst zu kurieren - aber hey wir sind gelandet, was will man mehr. Brasil!!!!

 

Von Belém gehts nach einem kurzen Sightseeing Trip in eine ehemalige Hafenanlage mit Restaurants und Geschäften zwei Tage später weiter nach Fortaleza. Dieser Flug bringt mir ebenfalls nicht die erwünschte "Flugangst-Erlösung" - ein Meter über der Landebahn gucken wir alle ziemlich blöd als der Jet durchstartet um nochmals ein bisschen über den Wolken zu kreisen um dann schliesslich zu landen - diesmal anscheinend zuviel Aufwind. Gut kann ich das auch unter "things to experience" abhaken.

In Fortaleza bleiben wir nur eine Nacht um dann ins viel gelobte, abgelegene Wüsten-Dörfchen Jericoacoara für Hippies, Kitesurfer, Aussteiger und solche die einfach gerne Barfusslaufen, abzutauchen. Hier ist alles auf Sand gebaut, sogar meinen Flip Flops wird es wohl langweilig werden. Nach einer holprigen Fahrt durch die Dünen kommen wir an und ziehen erstmal unsere Schuhe aus. Die Landschaft ist unglaublich speziell - Wüste und Dünen, kombiniert  mit Meer und Palmen - wie ist denn das möglich? In Jeri, dass früher mal ein kleines Fischerdörfchen ohne Strom war, hat sich wohl einiges verändert in den letzten 20 Jahren. Motor-Buggies und Pferdekutschen mischen sich und transportieren Gepäck und Touristen umher. Nach Sonnenuntergang sind keine Fahrzeuge mehr erlaubt und das Dörfchen mit seinem grossen Hauptplatz wird durch viele kleine Strassenstände und Musiker erweckt. Ich schlendere gleich mal zur nächsten Massageliege und er zieht sich das Fussballspiel Napoli gegen Real Madrid rein. Seine 3 Bier kosten gleichviel wie meine Massage - das nenn ich gute Kostenteilung. 

Hier lässt sich's wunderbar ein paar Tage verbringen und dass süsse "Nichts Tun" zelebrieren. Kite surfen war uns dann doch etwas zu anstrengend - das muss man ja erstmal lernen und das Meer zeigte sich jetzt auch nicht gerade von seiner schönsten Seite, eher so eine Art grosser, warmer Tümpel. Das lag aber anscheinend an der Jahreszeit - heiss und schwül, dafür weniger Touris und bessere Hotel-Deals - ja alles kann man nicht haben. Aber mir ist diese Version lieber - wenn man sowieso nicht viel tut, dann ist heiss und schwül auch ok - hehe.

 

Zurück in Fortaleza fliegen wir nach Natal um von dort in ein kleines Städtchen namens Pipa, direkt an der Südküste im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte. Pipa hat durchschnittlich 28 Grad und 300 Sonnentage - ja liebe Schweiz, das soll dir ruhig peinlich sein!

Hier gefällt's uns noch besser als in Jeri und wir bleiben 4 Tage bei weiterhin süssem "Nichts Tun" und gutem Essen - in Pipa finden wir kleine Gourmet-Tempel zum Preis einer Schweizer Imbissbude - wir (fr)essen uns durch, treffen auf viele tolle Leute und freuen uns besonders auf ein Wiedersehen mit Sebastian & Flávia. 

 

Weiter gehts an den Karneval nach Recife. Am gleichen Morgen stellen wir fest, dass wir unser Hotel in Recife zum falschen Datum gebucht hatten. Man könnte jetzt sagen, gut nach so vielen Buchungen kann einem ja mal ein Fehler passieren, auch wenn man nach dem 4-Augen Prinzip bucht, andererseits ist das auch das einzige was wir so an Arbeitsbelastung haben. Je weniger man tut, desto weniger arbeitet wohl das Hirn. Tatsächlich kriegen wir dann aber gegen den Karneval-Aufpreis wieder alles ins Lot und können spät Abends nach einer langen Busfahrt einchecken. Den Karneval zu finden ist gar nicht so einfach - wir landen erstmals nur in den Vorbereitungen und erfahren, dass wir einen Tag zu früh sind - so sehn wir dafür die vielen, farbigen Häuschen in der Altstadt von Olinda in ganzer Pracht und haben die Strassen fast für uns alleine. Olinda ist seit 1982 UNESCO-Welterbe und eine der ältesten Städte Brasiliens mit barocker Architektur.

Am nächsten Tag teilen wir die Strassen mit 1 Million feiernder Brasilianer und sind froh einen Tag vorher bereits da gewesen zu sein.

Berühmt ist der Karneval in Olinda für die Bonecos de Olinda (Puppen aus Olinda), über zwei Meter große Puppen aus Pappmaché mit einem Schlitz in der Mitte für den Träger zum rausgucken. 

Anscheinend sollte man wegen der Sicherheit und so, nach Sonnenuntergang besser wieder zurück in den anderen Stadtteil und so schleppen wir uns verklebt, verschwitzt und nach SKOL-Bier stinkend, raus aus dem Getümmel und rein in ein tiefgekühltes Taxi. Unser Immunsystem hat aber gelernt und Klimaanlagen, trockene Flugzeugluft und Abgase können uns nichts mehr anhaben "Holz alänge".

 

Next stop ist die zweite Karneval Hochburg von Brasilien - Salvador do Bahia. Wir übernachten wortwörtlich inmitten des Karnevals - auch meine Oropax - die klebrigen aus Wax, welche den ganzen Gehörgang versiegeln - versagen. Das Hotel "Solar Dos Deuxes" ist ein absoluter Traum mit Blick auf die prunkvolle Kirche São Francisco und so ist die Nähe zum Karneval, inmitten der historischen Altstadt Pelhourino, das Getrommel wert.

Mit dem Aufzug "Lacerda Elevator" gelangen wir von der oberen Stadt in den unteren Teil und trotten mit der Menschenmasse Richtung Umzug um die 45 Tonnen Trucks mit den singenden Stars zu begrüssen. Ich hab irgendwo gelesen, dass wenn man an diesem Umzug mitmacht, dessen Seele für dass Jahr gereinigt sei. Bei mir sind es eher die Ohren - die Dezibel Stärke ist so hoch, dass es anfängt zu Pfeifen.  Vielleicht sollte ich in die Hörgerätebranche investieren.

Wir suchen das Weite und lassen uns mit dem Lift wieder zurück in das schöne Altstadt-Nest befördern. Hier gefällt`s uns viel besser -  überall Konzerte mit verschiedenen Musikrichtungen, Umzüge, kleinen Bars und Restaurants und viele Familien mit Kindern, die bis morgens um 3 Uhr als Marienkäfer oder Superman verkleidet rumhüpfen.

Nach einem kurzen Abstecher nach Praia do Forte - ein schicker, kleiner Ferienort und ehemaliges Fischerdörfchen zum gut Essen und rumschlendern, fliegen wir nach Brasilia um von dort direkt nach Goiânia zu reisen und Lily und Bruno zu besuchen. Das Brasilien-Schweiz Ensemble ist vor 2 Jahren hierhin ausgewandert und wir freuen uns für ein paar Tage ein bisschen in ihr Leben einzutauchen. Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, wir haben es sehr genossen bei euch. Es lebe Mr. Fit - Bruno's und Lily's kleines, gesundes Fast Food Bistro, inmitten der Reichen und Schönen von Goiânia!

 

Rio empfängt uns ebenfalls mit perfektem Sonnenschein und wir versuchen so viel wie möglich von dieser lebhaften Stadt zu sehen. Am Strand von Ipanema herrscht eine Dauer Boot-Camp und Crossfit Stimmung - alle sind sich am trimmen - würde uns auch mal wieder gut tun - denken wir uns. Wobei ER versucht's am nächsten Tag mal mit einem frühen Strand Jogging und prahlt mir danach den ganzen Tag die Ohren voll, was ER heute bereits alles geleistet hat...

Von hier aus zieht es uns für ein paar Tage noch auf die Insel Ilha Grande, bevor wir dann den Kontinent wechseln und innerhalb von 3 Tagen mal wieder unseren ökologischen Fussabdruck ziemlich schwarz aussehen lassen und mit vier Flügen nach Bangkok übersiedeln.

Ilha Grande ist ein kleines Paradies - hier könnt ich eine Weile hängen bleiben - das Meer ist wunderbar klar, es gibt über 80 verschiedene Strände, ein Vegie Restaurant, viele Touren zum selbst entdecken. Autos und Motorräder sind auf der Insel verboten, wie genial! Die Vergangenheit der Insel ist allerdings wenig romantisch - 1903 wurde es zum Brasilianischen Alcatraz, 1994 dann wieder abgerissen und danach für Touristen zugänglich gemacht. Generell haben wir uns in Brasilien überall sicher gefühlt, aber ständig von allen Seiten Horror-Stories von Überfällen gehört. Wir haben's jetzt auch nicht darauf ankommen lassen und immer schön brav alles im Hotel Safe verstaut (meistens).

Fazit: Brasilien war für uns neben Kolumbien das Land wo wir in Bezug auf Kriminalität am meisten Respekt hatten - aber nichts ist passiert. Im Gegenteil wir haben uns überall pudelwohl gefühlt und sind auf viele sympathische, ehrliche und lebensfrohe Brasilianer gestossen.

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12 Jahre später... Key West & Miami South Beach

ER

Um auf Jamaica überhaupt einreisen zu können, mussten wir am Check-in in Miami noch ein Retourticket buchen – so kam es, dass wir vor unserem Weiterflug nach Brasilien noch einen Abstecher nach South Beach machen "mussten". 

Und wenn wir schon ein paar Tage in Miami verbringen, dann will ich ihr auch Key West zeigen. Schliesslich habe ich im 2005 fast ein ganzes Jahr beim "Southernmost Point" des US Kontinents verbracht, wo ich bei Hyatt Hotel & Resort gearbeitet hatte.

Mit dem Rental Car geht's los über die langen Brücken, welche sich über die Keys erstrecken und upper mit lower Keys verbinden. Nach 4.5 Stunden kommen wir endlich an. 12 Jahre später back on Key West! Erschöpft aber hungrig geht's ins 915 Restaurant. Zu meinem Erstaunen gefällt ihr Key West mega und sie vergleicht den süssen Marine Lifestyle sogar mit Santa Barbara. Klever wie ich bin, habe ich ihr den südlichen Teil von Duval Street gezeigt und nicht den trashigen "Sloppy Joe" und "Rick's" im nördlich Teil von Duval, wo auch zu meinem Erstaunen die netten Restaurants sich in einem aufgefrischten Bild präsentieren. 

Am nächsten Tag ging es über den Mallory Square zu meinem Ex-Arbeitgeber Hyatt on Front Street. Nur noch ein einziger Mitarbeiter aus meiner Zeit im 2005 war noch da: Oddie - der Papagei.

 

Back to Miami South Beach, wo wir in der President Villa on Collins Ave übernachteten. Nach der klassischen Tour on Ocean Drive, wo SIE sich in den Art Deco style verliebte, beschlossen wir den Abend beim Mexikaner on Espanola Way zu verbringen. Nach ein paar Vegi-Tacos (SIE) und meinen Chili con Carne mit ein paar Cervezas trafen wir unseren Kumpel Tommaso on Lincoln Road, den wir in Puerto Plata kennengelernt haben und seit 16 Jahren Weinsommelier in South Beach ist. South Beach hat sich in den letzten Jahren stark verändert, meinte er. All die Restaurants beim Ocean Drive wurden von einem grösseren Konglomerat übernommen und versuchen mit riesigen 2 for 1 Drinks die Passanten in ihre trashigen Restaurant zu locken. Very cheap! Der ganze Charme und Individualität ist verloren gegangen - sehr schade.

 

Am nächsten Tag trafen wir Javier aus Puerto Rico, ehemaliger Koch aus dem Hyatt Key West, der nach dem kurzen Aufenthalt in Key West beschloss Theologie zu studieren und Pfarrer zu werden. Nach einem netten Wiedersehen und Lunch verabschiedeten wir uns mit: See you in Puerto Rico one day, my friend!

 

South Beach ist bling-bling, also putzten wir uns abends raus und gingen in die fancy Rooftop Bar "Juvia". Da wir auf open-table keine Reservierung gebucht haben, vergnügten wir uns mit ein paar Drinks und Häppchen an der Bar. Wohl bekannt lernt man an der Bar die spannendsten Leute kennen. Eine kleine Gruppe von Marriott Executives hielten sich ebenfalls in der Bar auf und nachdem wir unser Travel-around-the-world Projekt vorgestellt hatten, gab uns der Area Vice President Philippines & Indonesia sein Kärtchen, falls wir einen Abstecher in seine Region machen würden, sollen wir uns bei ihm melden. Why not?!

 

Nach fünf Tagen Florida ging es endlich nach dem lang ersehnten Land des Sambas und Caipirinhas: Brazil.

 

Tudo bem? 

 

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Rastaman Vibration - Yeahhh

In Jamaika lebt der Reggae wie sonst nirgendwo – Bob Marley, Peter Tosh und Co. sind allgegenwärtig und die bekannten Songs berieseln einem den ganzen Tag durchs Radio, Strassenmusiker oder kleinen Bars.

 

Von Kingston ging’s verteilt auf 8 Tage mit dem Mietauto los nach Port Antonio über Ocho Rios, Treasure Beach, Negril und zum Abschluss nach Montego Bay. Die Strassen sind etwas verbraucht und die Jamaikaner fahren abenteuerlich. Gut, dass wir zu viert unterwegs waren mit Freunden, welche die Route vorab bereits zusammengestellt hatten. In Port Antonio gibt’s einen wunderschönen kleinen Strand namens "Frenchman Cove".

In der Stadt selber getrauten wir uns nicht wirklich raus aus dem Auto und sind lieber ein bisschen im Kreis gefahren. Aber irgendwann muss man ja Geld abheben und als wir dann erst mal draussen waren – ha, da war’s gar nicht so schlimm. Die Jamaikaner sind einfach nur sehr kommunikative und fröhliche Menschen, die einem ständig ansprechen. Einmal „No thanks“ genügt ihnen und sie ziehen weiter und verabschieden sich mit „Stay Positive“ „One Love“ „oder Ya Man“ – davon bräuchten wir in der Schweiz auch ein bisschen mehr – just stay positive – auch wenn`s regnet – Ya Man!

Treasure Beach war für mich das absolute Highlight – wenn ich nochmal nach Jamaika fliege, dann hierhin. Es scheint als ob sie den Massentourismus fern halten wollen und nur ein paar kleine Gästehäuser und Hotels zur Verfügung stehen. Die Strassen sind wahrscheinlich bewusst nicht überall geteert.

Absolut sehenswert ist das Museum und Mausoleum von Bob Marley. In Nine Mile seinem Geburtsort, das inzwischen zu einer liebevollen touristischen Attraktion angepasst wurde und von Reggae Liebhabern zum Mekka geworden ist. Unser Tourguide war ein echter Rastafari, kannte Bob und Rita gut und hat uns einen absolut genialen Insight in sein Leben gegeben. Nine Mile ist nicht gerade einfach zu erreichen, ein langer holpriger Weg führt in das kleine Dorf, wo die Menschen immer noch kein fliessend Wasser haben und es in grossen Regen-Auffangbecken sammeln und in ihre Hütten transportieren.

In Negril kann man tagsüber und abends super am Strand entlang schlendern –Reggae Konzerte besuchen und am Strand essen. In Montego Bay haben wir nur einen schönen Strand – den Doctor’s Cave, gefunden. Wir haben dort zwei absolut geniale Tage mit glasklarem Wasser verbracht. Am dritten Tag war der ganze Strand voller Kreuzfahrttouristen und das Wasser von all den klebrigen Sonnencreme- und Mückenspray-Körpern, trübe. Zum Glück müssen die Kreuzfahrttouris jeweils wieder früh zurück und werden in Bussen zu den Schiffen verfrachtet. Vorher geht jeweils noch eine ganz amüsante Sucherei der „Gruppenführer“ los bis alle mit den richtigen Nummern im richtigen Bus sitzen und auch keiner vergessen wurde.

Ah – herrlich – ab 3 Uhr hatten wir den Strand wieder fast für uns.

Hier trafen wir auf 2 sympathische Reisejournalisten und Fotografen die im Auftrag von „The Travel Foundation“ unterwegs waren und uns einen interessanten Einblick in ihre Arbeit gaben. Diese Non Profit Organisation aus England setzt sich für einen Nachhaltigen Tourismus ein. Sorgt mit verschiedenen Projekten dafür, dass die Einheimischen vom Tourismus profitieren können – siehe auch  RIV Rastafari Indigenous Village.

Ah da wären wir gerne hingefahren – next time – Ya man!

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Was für ein Sonnenschein - unser Patenkind Gleide

Der 17. Januar 2017 war unser einzig fix geplanter Tag vor unserer Abreise. Wir wussten dann wollen wir in der Dominikanischen Republik sein um unser Patenkind Gleide, den wir seit Geburt unterstützen, zu besuchen.

Uns war es wichtig, mit eigenen Augen zu sehen, wo unser jährlicher Beitrag hingeht, was damit gemacht wird und ob die Kinder und Eltern auch wirklich etwas davon haben.

 

Wir landeten in Puerto Plata und übernachteten 2 Tage im B&B "El Mirador". Ich erwähne den Namen, weil dieses B&B wirklich ein absolutes Schmuckstück unter den sonst etwas heruntergekommenen Hotels ist. Gut - wir waren auch nur in Sosùa – aber diesen Ort kann man sich wirklich sparen. Der Sex-Tourismus ist so offensichtlich und die ekligen bierbäuchigen Weissen hängen zu Hunderten am eigentlich schönen Strand herum und suchen sich dort eine Freundin auf Zeit.

El Mirador liegt fern ab davon, auf einem Hügel mit Blick aufs Meer. Die Gastgeber Luce und Massimo haben alles, vom Haus, Garten, Bett,  bis zu den Serviettenhaltern auf den Tischen, selbst von Hand erbaut. Unglaublich – ich wünschte ich oder wenigstens ER hätten nur ein bisschen Talent davon geerbt.

 

Mit dem Bus fuhren wir weiter durchs Land bis nach Santo Domingo – die Hauptstadt und älteste von Europäern errichtete Stadt in der Neuen Welt. Es lohnt sich die Stadt für 2 Tage zu besichtigen und ein bisschen in der schönen Altstadt, welche sogar von der UNESCO als Weltkulturerbe ernannt wurde, rumzuschlendern.

 

Am letzten Tag wurden wir hier von World Vision Mitarbeitern abgeholt und nach Canaan gebracht. Das gleichnamige Entwicklungsprojekt wurde von World Vision im 2006 lanciert und hier ist Gleide und seine Familie Teil der Community und profitiert von der frühkindlichen Förderung und Kinderschutz.

Was für ein von Stolz und Lachen erfüllter Tag.  Die Mitarbeiter haben uns alles ganz selbstbewusst gezeigt , die Schule, den Kindergarten die Räumlichkeiten für Weiterbildungskurse für Kosmetiker, Coiffeure, Schneider und „Informatiker“, die Wasser- Aufbereitungs-Anlage und sogar jeden einzelnen Bürotisch mit Begrüssung und Vorstellungsrunde. Nach dem Mittagessen sind wir mit Gleide und seiner Entourage von weiteren 6 Personen in den Zoo gefahren. Gleide hatte unglaublich viel Energie und ständig nur „boaaahhh“ und „woahhhhhh“ geschrien, sodass er uns alle infizierte und der Zoobesuch zu einem lustigen und unvergesslichen Erlebnis wurde.

Anschliessend fuhren wir zum nächsten Supermarkt und liessen seine Mutter Gwendy für einen vorher definierten Betrag einkaufen – ich kam mir ein bisschen blöd vor – Sie ist 22, hat bereits 2 Kinder und muss mit dem absoluten Minimum über die Runden kommen. Was kauft man da ein? Ich war sehr gespannt – Leider war neben Reissäcken und Milchpulver auch viel zu viel Ungesundes dabei und ich bin hinter ihr her gedümpelt und hab immer mal wieder  „Vegetales“ dazwischen gerufen. Hat aber nichts geholfen – die Food Industrie hat bereits dafür gesorgt, dass die raffinierten Produkte günstiger als die frischen sind und was hab ich da für Argumente mit meinem spärlichen spanisch....

Der Tag ist verflogen, wir haben uns gegen Abend verabschiedet und viele wertvolle Eindrücke mitgenommen. Mit Freude unterstützen  wir den Sonnenschein Gleide und seine Familie weiterhin.

Zu World Vision kann ich nur sagen, dass alles so war wie versprochen und wir weiterhin gerne einen kleinen Teil unseres Geldes in helfende Hände mit guten Absichten weitergeben. Und nein, ich wurde nicht von World Vision gesponsert um dies zu schreiben...ist alles freiwillig passiert.

 

Zum Abschluss unseres Inselbesuches ging`s eine Woche nach Punta Cana um sich mal wieder wie ein richtiger Pauschaltourist zu fühlen.

Dies hat uns dann beide daran erinnert, dass wir keine Pauschaltouristen sein möchten – nie mehr. Punta Cana – was soll ich sagen – zum Glück sind meine Eltern dazugekommen, wir hatten ein gute Zeit zusammen und die Tage sind verflogen. Also wirklich viel machen kann man dort nicht – es sei denn, man möchte sein Geld zu unglaublich hohen Preisen für Tagestouren ausgeben.

Das haben wir dann auch gemacht, irgendwas muss man ja machen.

Nirgendwo sonst auf unserer Reise konnten wir so tolle Strandbilder machen mit den fast schon kitschigen, türkisen Farben des Meeres und weissem Pudersand (Raffaello-Strand-Mässig). Trotzdem mangelt es hier an Vielem. Gute Restaurants, frische Früchte und was mir am meisten fehlte, war ein kleines nettes Dörfchen zum rumschlendern. Ja ist denn das so schwierig? Wo sind all die guten Stadtplaner oder Dorfplaner? Wieso ist es nicht möglich an einem Ort der jährlich hunderttausende Touristen empfängt, eine ordentliche Infrastruktur, von der alle profitieren - nicht nur die ausländischen Investoren - auf die Beine zu stellen?

Ironischerweise war das beste Restaurant ein Indisches. Gastfreundschaft und Qualität waren einfach unschlagbar, obwohl ich`s dann nach drei mal Reis mit Gemüse auch langsam gesehen hatte. Meine Eltern anscheinend aber noch nicht, denn sie blieben auch nach unserer Abreise weiterhin Stammgäste. 

Noch kurz zur Meerwasserqualität: Die ist bei genauerem hinschauen bereits hinüber und die Fische schon lange vertrieben. Ja wir Touris machen die schönsten Orte der Welt kaputt und hinterlassen dann frustrierte Einwohner, die verzweifelt versuchen einem etwas anzudrehen.

Wenn Dominikanische Republik, dann nur ins Landesinnere zu den Familien wo „mi Casa e su Casa“ grossgeschrieben ist und die Lebensfreude erfrischend gut tut. Kann man das so sagen? – Naja, ihr wisst schon was ich meine.

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In effectivo por favor!

ER:

Ein paar Wochen haben wir eingeplant um die Vielfältigkeit Argentiniens kennenzulernen. Mit 5 Tagen Buenos Aires soll das Abenteuer starten. Bei sommerlichen Temperaturen eingetroffen, geht es via UBER zur Airbnb Wohnung, die Corinne von La Paz aus gebucht hatte. Wir klingeln an der Tür und warten auf unsere Gastgeberin. Nix, nada, niente! Also schreiben wir ein SMS an Rosario wo sie sei bzw. ihre Schwester, die uns den Schlüssel und somit die Wohnung übergeben sollte. Ich werde ungeduldig und klingle beim Nachbarn. "Hola senor, desculpe puede llamar Rosario con el cellular?" mit meinem Italo-spanisch. Er fragte von wo ich sei und als ich ihm sagte aus Italien, glänzten seine Augen und er begann von Pavarotti zu reden und wie schön Italien und die Oper sei. Wir nehmen den 1 m2 grossen Lift und er beginnt im "Tenor-Pavarotti-Style" zu singen. "Oh my god", denk ich mir. Er ist ja nett und hilft uns, also muss ich hier durch. 

 

Die Wohnung stellt sich dann als halber Flop heraus. Die Fotos auf Airbnb waren von einem professionellen Fotographen gemacht. In Realität sah es ein bisschen anders aus. In der ersten Nacht wurden wir von einer Kakerlake besucht, in der zweiten Nacht waren es schon drei, eine dritte und vierte Nacht gab es dann nicht mehr. Rosario entschuldigte sich und schrieb uns zwei Nächte gut. 

 

Nach der Wohnung sind wir ein bisschen per Zufall im nächstbesten Hotel frühstücken gegangen, um uns eine neue Bleibe zu suchen. 

Nach 2 Stunden Airbnb, booking.com und Hotels.com durchforsten, kam uns die glorreiche Idee doch mal im Hotel wo wir gerade sassen ein Zimmer anzuschauen. Was für eine clevere Idee (war von MIR ;-) - eines der schönsten Zimmer mit bestem Preis/Leistungsverhältnis auf unserer Reise.

 

Wie die Argentinier Cash oder eben "Effectivo" lieben - ohne Cash kommt man hier nicht weit - hängt anscheinend mit den hohen Abgaben an die Karteninstitute zusammen - wobei viel logischer wahrscheinlich die Steuerersparnisse für sie selber sind... bzw. Cash einkassieren und keine Quittung aushändigen bzw. keine "impuestos" (MwSt.) zahlen.  

 

Nach 5 Tagen Buenos Aires nehmen wir über Nacht den Ultra-Hightech Bus mit Wifi und Halbpension in erster Klasse mit 180 Grad Sitzen (also Betten) für eine 17-stündige Reise zu den Iguazù Wasserfällen in Anspruch. Waaas schon angekommen murmelt SIE halb verschlafen. :-)

 

Sie:

Ich liebe schlafen im Bus und wenn es dazu noch ein Liege-Bett ist, bin ich im Himmel - ich hätte also gut noch ein paar Stunden weiterschlummern können. Zu den Iguazù Wasserfällen kann ich eigentlich nur sagen - ja es stimmt, da kommt verdammt viel Wasser runter, ist eindrücklich dies mal zu sehen, es wimmelt von Touristen und frechen Nasenbären. 

 

Nach 2 Tagen kann man entspannt auch wieder weiterreisen - wir flogen nach Cordoba, in die zweitgrösste Stadt Argentiniens. Cordoba ist eine laute Stadt, voller junger Menschen, Strassenhunde und guten Restaurants. Die Argentinier essen immer so unglaublich spät - so ab 21 Uhr und viele auch erst 2-3 Stunden später. Zwischen 5-7 Uhr abends gibts erst mal "Tea Time" - Kaffee und Gipfeli. Wir waren um 20 Uhr immer die ersten an der Tür und haben uns so jedes mal ohne den Mund aufzumachen bereits als Touris entlarvt.

Lustigerweise haben sie dann auch Verdauungsprobleme und fühlen sich schwer beim zu Bett gehen - na dagegen hätte ich ein einfaches Rezept. 

Ein 2-tägiger Abstecher auf eine Pferderanch bescherte uns einen Einblick in das Leben der Argentinier und viel Neues im Umgang mit den temperamentvollen Tieren. ER hat sogar einen Salto übers Pferd geschafft - wer dass Video sehen will, kann es auf Anfrage bei ihm bestellen...sehr zu empfehlen. Nein - ich darf es nicht auf You Tube stellen...leider.

 

Weiter ging es nach Salta - endlich wieder ne lange Busfahrt, diesmal sogar 18 Stunden und wieder so ein tolles Schlafbett - herrlich!

Die Bushalle von Salta wurde für die nächsten Tage unsere Drehscheibe, hier sind wir immer wieder gelandet und von dort mal mit dem Bus, Taxi oder Mietauto in die umliegenden Gegenden gefahren. Die Landschaften sind unglaublich vielfältig - von kargen Stein-Formationen, Dschungel, Weinreben bis zu farbigen Bergen. Unglaublich gut hat mir das Weindorf Cafayate gefallen und der sieben-farbige Berg in Purmamarca. Ein sehr staubiges Dörfchen, das aus lauter lehmfarbigen Steinhäusschen besteht. Die Menschen hier sind so begabt in Handwerkskunst - unsere "Super-Hybrid-Rucksack-Roll-Koffer" sehen aus wie zwei aufgeblähte Schildkröten. Naja, solange der Panzer hält...

 

Mendoza ist unsere letzte Station in Argentinien und wir besuchen ein paar Weingüter, die mit denen aus dem Sonoma und Napa Valley locker mithalten können.

Die Stadt an sich gefällt uns jedoch nicht sonderlich - aber wir finden gutes Essen und das hilft immer. 

 

Next Stop: The Caribbean again - Dominican Republic! Unser Patenkind wartet. 

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Hola Amigos!

Von Aruba gings wieder zurück nach Kolumbien – das Land ist riesig und bietet einfach zuviel, als dass man es für nur 2 Wochen bereist. Wir fliegen direkt in die Zona Cafetera nach Pereira und übernachten dort für 4 Tage in einer wunderschönen Finca. Jeden Tag buchen wir ein Taxi, dass uns jeweils zu den Sehenswürdigkeiten bringen soll, doch es taucht immer ein persönlicher Fahrer auf, der uns den ganzen Tag begleitet und überall auf uns wartet – es scheint als ob die hier auf einen aufpassen wollen. Wir gewöhnen uns daran und haken es als Gratis Spanischkurs, den wir sowieso schon lange buchen wollten, ab.

 

Die Kolumbianer haben das perfekte Klima für Kaffeeanbau, aber Kaffee kochen können sie definitiv nicht – die trinken hier auf den Strassen Filter Kaffee aus Plastikbechern. Der Kaffee – so wie wir ihn kennen – schön gemahlen und mit viel Druck durch einen Kolben gepresst, ist ihnen viel zu stark.

 

Das Haus von Pablo Escobar steht in der Nähe von Pereira – hier hat er anscheinend die letzten Jahre verbracht – die Kolumbianer finden es gar nicht lustig, wenn man sie in Verbindung mit ihm bringt. Sie schämen sich eher für die Zeit und wünschen, dass ihr Land endlich frei von der Stigmatisierung als „Drogenland“ wird. Wir haben uns immer sehr sicher und willkommen gefühlt und können Kolumbien wärmstens als Tourismus Destination empfehlen – vieles ist noch sehr ursprünglich geblieben. Der Standard ist sehr hoch und die Preise für uns Schweizer erschwinglich.

 

Die letzten 3 Tage Kolumbien verbringen wieder in Bogotà bei Natalia zu Hause. Zwei Tages-Ausflüge nach Zipaquirà und Villa de Leyva sowie ein Abschiedsessen mit ihr und Sergio lassen die Zeit wie im Fluge vergehen.

 

Der Tourismus Slogan Kolumbiens stimmt auf jeden Fall: „ Colombia, the only risk is wanting to stay". 

 

Nach einem erlebnisreichen Monat in Kolumbien verabschieden wir uns von diesem vielfältigen Land und fliegen nach Lima, wo wir einen ganzen Tag in einem der schönsten Shoppingcenter der Welt „Larcomar“ verbrachten. (Leider sollte es dort 1 Woche nach unserem Besuch einen Brand im Kinosaal geben bei dem es viele verletzte und Tote gab). Das Center ist direkt in die Klippen über dem Meer gebaut. Die Stadt erkunden, kann man das natürlich nicht nennen – aber wir mussten unsere Machu Picchu Reise organisieren und dafür gibt es unzählige Hürden, die man unternehmen muss, um sich den Weg dorthin individuell zu organisieren. Z.B muss das Ticket für den Zug nach Aguas Calientes persönlich in einem Büro (Peru Rail) abgeholt werden. Dann mussten wir uns ja noch mit neuen Wanderschuhen ausrüsten  - seit dem Diebstahl in Vancouver waren wir mit Turnschuhen unterwegs.

 

Nun aber ab nach Cusco – wir machen einen etwas unkonventionellen Weg und fliegen auf Cusco, nehmen am gleichen Tag den Zug nach Aguas Calientes. Damit ersparen wir uns den krassen Höhenunterschied – denn Cusco liegt auf ca. 3400 m und Aguas Calientes auf ca. 2000 m. Von dort aus pilgern wir am nächsten Tag auf Machu Picchu – naja pilgern ist etwas übertrieben – wir lassen uns mit dem Bus hochfahren... trotzdem ist die Besichtigung der alten Inka Stätte noch genug anstrengend und wir verbringen etwa 5 Stunden  von Stein zu Stein hüpfend. Durchschnittlich besuchen 2000 Touristen den Ort  - pro Tag! Das ist anscheinend zu viel und es soll in ein paar Jahren noch viel stärkere Restriktionen geben und Teile der Stadt geschlossen werden. Gut, dass wir da waren! Es ist absolut beeindruckend, was die Inkas da auf die Beine gestellt haben – das waren definitiv keine Weicheier.

Aguas Calientes an sich fand ich jetzt nicht besonders attraktiv – voll mit Hotels und Touri Restaurants – ständiges Fotogeklicke von Japanern und Chinesen im Nacken und leider ziemlich gelb-braunes Wasser aus den Wasserleitungen. Ich sag noch zu ihm – hier soll dass Wasser nicht so sauber sein – und spühl mir dann aber am Abend selber die Zähne damit. – Er auch – typisch Mann, hat natürlich wieder mal nicht zugehört.

Wir reisen wieder mit dem tollen Peru Rail - die SBB würde vor Neid erblassen – ok der Bernina Express kommt dem Zug sehr nahe – aber der Service im Zug ist unschlagbar – von Tanzaufführungen, Infos zu den Inkas per Zugdurchsage, Peruanischer Musik, Essen und Getränke bis zu einer Alpaca-Poncho-Modeschau. Im Nu sind wir in Ollantaytambo und suchen uns die nächste Unterkunft – hier gibt’s für CHF 40.- am Tag die nettesten kleinen Gästehäuser und die Menschen sind unglaublich freundlich. Das kleine Dorf ist mit lauter kleinen Gässchen ein „Rumschlenderparadies“.  Überall verkaufen sie so tolle handgemachte „Sächeli“– mein Rucksack fühlt sich wie ein  vollgefressenes Schwein. Seit ich in Peru bin hab ich dass Stricken wieder aufgegeben – die machen hier eine Mütze in 2 Stunden und die sieht noch 10mal besser aus als die, welche ich in einer Woche zusammenstrickt habe – man soll die Sachen denen überlassen, die es am Besten können... ich muss ein neues Hobbie finden.

 

Am nächsten Tag reisen wir weiter im heiligen Tal Richtung Urubamba und besuchen unterwegs verschiedene Ruinen und die Salzterrassen Maras "Das weisse Gold der Anden" - eine sticht besonders hervor  „die Ruinen von Moray“ – die sind kreisförmig aufgebaut und dienten den Inkas als „Labor“ um zu testen, auf welcher Lage welches Gemüse am besten wächst.

 

Die Inka und ihr Volk glaubten an die Elemente, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit und dem Leben stehen. Sie besaßen ein enormes Wissen über Astronomie. Sonne, Mond, Sterne und Milchstraße spielten eine wesentliche Rolle im Leben der Inka. Sie glaubten, dass jedes Individum auf Erden einen Vorfahren in den Sternen besitzt. Die Menschen verehrten den Inka als den Sohn der Sonne. In der Milchstraße sahen sie das Spiegelbild des Tals und dem Fluss, dessen kristallklare Wasser über die Berge von den Sternen kommt. Daher sind die schneebedeckten Berge als Götter („Apus“) ebenso heilig, wie die Flüsse, die das reine Wasser in die Täler tragen und das Land, die sogennante “Pachamama” (Muttererde) fruchtbar machen.

(Quelle: info-peru.de/heilige-tal-der-inka/)

 

So ein Tag mit vielen Höhen-Unterschieden ist anstrengend und wir fallen jeweils todmüde und sauerstoffarm ins Bett. In Cusco finden wir wieder unzählige tolle Möglichkeiten an Hotels und wir entscheiden uns für ein altes Steinhaushotel, das auf Resten der Inkaruinen erbaut wurde. Nach dem Frühstück fühlt Er sich plötzlich etwas unwohl – die sind hier in allen Kaffees vorbereitet und rücken gleich mit Alkoholwatte und Coca Tee an – soll anscheinend gegen die Höhe helfen – ca. 6 Stunden später erfahren wir dann aber im Spital, dass wir uns beide Amöben eingefangen haben – wie eklig – das sind anscheinend die kleinsten Lebewesen die es gibt – so Einzeller die sich fortbewegen können – auf Google kann man leider viel zu viel nachlesen – und Videos gibt es von denen auch. Er bleibt über Nacht an der Infusion und wird mit Antibiotika intravenös versorgt – ich gehe ins Hotel zurück um mich dann morgens um 5 Uhr selber wieder einzuweisen – bei mir ist`s einfach etwas versetzt ausgebrochen und ich hatte auch nur„nette“ Amöben – so der Arzt. Trotzdem muss auch ich durch eine 5 tägige Antiobiotika und Parasiten-Kur.

Die nächsten Tage schleichen wir dementsprechend etwas lädiert durch Cusco, trinken Tee und Essen Suppe und Reis ohne Sauce. Woher wir es aufgelesen haben – keine Ahnung, vielleicht in Aguas Calientes, vielleicht im Maiskolben auf der Strasse – oder am Frühstücksbuffet...

Kein Wunder hat die Welt ein Problem mit Antiobiotika Resistenten Bakterien – hier bekommen alle die irgendwas auflesen gleich Antibiotika – und was kann man schon als Laie dagegen tun – mit irgendwelchen Kräutern will ich dann auch nicht experimentieren. Hauptsache die Viecher sterben schnell! 

Wir reisen in komfortablen Bussen weiter nach Puno und Copacabana an den Titicacasee. In Copacabana erfreuen wir uns an einer Hochzeit vor der für die Bolivianer wichtigsten Pilgerstätte  - der Basilika von Copacabana.

Die lassen sich hier auch ihr Auto segnen, dafür kommt jeweils ein Mönch und ein Schamane um das Auto vor Unfällen zu bewahren - haben uns leider nicht getraut davon ein Foto zu machen. Am Ende der Zeremonie brachen Frauenfürze rund ums Auto aus und alle jubelten. So wie die hier fahren können sie den extra Schutz auch gebrauchen.

 

8 Tage später ist der grosse Tag und wir müssen zur Probe ins Spital in La Paz – Der Arzt ist sehr cool – wir sind wieder Parasiten frei und drei Tage später erhalten wir per Whatsapp die gute Nachricht, dass auch die Nachtests negativ ausgefallen sind. Wir chatten noch ein bisschen mit ihm und schicken ein paar Fotos von Buenos Aires hin und her. Liebe Ärzte in der Schweiz – Whatsapp ist das neue Patienten-Kommunikationsmittel!

In Bolivien trifft Bauer und moderner Stattmensch aufeinander – der Präsident hat dafür gesorgt, dass die indigene Bevölkerung sich integriert, zum Leidwesen aller anderen Bolivianer. Denn in den staatlichen Berufen sind nur noch indigene Bolivianer zugelassen – dies erfuhren wir von einem Taxifahrer, der früher als Anwalt und Lehrer an der Uni gearbeitet hat und seinen Beruf leider nicht mehr ausüben darf. Sehr schade – die meisten jungen und modernen Bolivianer wollen deshalb am liebsten auch auswandern – nach Argentinien oder Spanien.

Die traditionell gekleideten Frauen sehen alle gleich aus – viiiiel Rock, das Kind immer am Rücken in ein Tuch gewickelt – dazu ein hoher Hut der schräg am Kopf anliegt und zwei lange Zöpfe die hinten zusammengebunden sind. Kohlenhydratreiche Kost sorgt für die Gratis-Isolierung in den kalten Monaten.

 

 

Wir wissen, dass es hier immer wieder zu Gelderpressungen kommt. Ein Tourist steigt in ein Taxi und etwas später wird er von der „angeblichen“ Polizei angehalten, die Pässe werden einem abgenommen und man wird zum nächsten Geldautomaten gebracht und schön ausgequetscht bis alle Karten leergeräumt sind – wenn man Pech hat dann bringen die einem auch noch gleich um - soweit die Horrorstories im Internet. Trotzdem bestätigen uns mehrere Taxifahrer solche Geschichten ebenfalls. Unsere Taktik wäre dann einfach zur Tür hinaus und wegrennen sobald uns ein solches Szenario blühen würde – wenn es doch die echte Polizei sein sollte, würden die einem nämlich zuerst auf den Polizeiposten mitnehmen, bevor Sie den Pass sehen wollen.

Wir sind also auf der Hut und lassen uns immer ein Taxi vor einem Hotel bestellen – ab Dezember gibt’s auch in La Paz den Fahrdienst "Uber" – das könnte helfen und vor mehr Überfällen bewahren.

Aber auch in La Paz fühlen wir uns sehr sicher und erleben keine einzige bedrohliche Situation – die Menschen sind unglaublich nett und überhaupt nicht aufdringlich. Bei den Taxifahrten macht man vorher den Preis aus und ohne gross zu verhandeln ist es immer ungefähr der gleiche Tarif – ca. 2.- CHF für eine 20minütige Fahrt.

 

La Paz liegt in einer atemberaubenden Landschaft, eingebettet von Bergen zwischen 3200 und 4200 m. Wenn sich Wolken bilden, hat man das Gefühl, sie berühren zu können – verschiedene Viertel werden mit hochmodernen Gondeln verbunden und die Bevölkerung kann sich für 3 Pesos (45.- Rappen) die Fahrt leisten. 4 weitere Linien sind im Bau  - Schweizer und Österreicher Firmen sind natürlich involviert – wie könnte es auch anders sein. Als wir da waren, ging es der Stadt aber gar nicht gut – der Wasser-Notstand wurde ausgerufen und mittels Benzitankwagen, Wasser von extern reingebracht – dies wiederum führte zu Protesten auf der Strasse, da das Wasser dementsprechend nicht gerade nach Rosen duftete – die Angst über eine Epidemie ist gerade sehr hoch. Diejenigen, die es sich leisten können, kaufen Wasser in Flaschen. Die meisten jedoch filtern es mit einfachen Kaffeefiltern. Ich wünsche Bolivien, dass sich die Situation verbessert, denn das Land und die Menschen sind es wert.

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Strandleben auf Aruba und Curaçao

Wir sind schon wieder eine Woche in Kolumbien unterwegs und fliegen heute nach Lima. Ein kurzes Update zu unserer Karibik Erfahrung wollte ich aber unbedingt noch teilen.

 

Aruba und Curaçao oder A und C der Holländischen Antillen - Für Bonaire oder B hatten wir keine Zeit. Wir dachten, cool ein bisschen Insel Hopping von A nach B nach C in 2 Wochen wäre perfekt. Funktioniert aber nicht wirklich, denn es gibt nur eine Fluggesellschaft die von Insel zu Insel fliegt und die ist sehr teuer und ne Katastrophe - alle Einheimischen verdrehen schon die Augen, wenn Sie den Namen nur hören und wir inzwischen auch - INSEL AIR - die gehn anscheinend auch sowieso bald hops...und dann gibt`s gar nichts mehr um von A nach B nach C zu kommen. Der Katamaran ist anscheinend vor seinem Einsatz bereits in Europa untergegangen. Das heisst mit dem Schiff gibts keine Verbindungen, obwohl die Inseln so nah beieinander wären. 

 

Aruba ist wie ein kleines Las Vegas in der Karibik - überall Casinos und die üblichen Verdächtigen an Hotels wie: Marriott, Hilton, Hyatt und Co. Für ihn natürlich mal wieder das Paradies aber ich kann mich mit der Insel nicht anfreunden. Das Wasser ist an den meisten Stränden trüb, fischlos und voll stinkender Wassersport Geräten. Wir haben die ganze Insel nach klarem Wasser abgesucht und am "Mangel Halto" Beach gefunden - hier lässt sich`s den Tag verbringen. 

Curaçao hingegen ist für uns die absolute Trauminsel - wir kommen wieder! Der Zehentest funktioniert hier an jedem Beach - man sieht sogar die Zehenhaare (also seine :-) auf den Füssen, wenn man bis zum Hals im Wasser steht. Es ist voll von bunten Fischen und Schildkröten und die Strände sind sehr gepflegt. Ich hatte hier noch ne Begegnung mit einer Qualle - die hat mich schön um den Bauch herum umarmt. Ist ziemlich schmerzhaft, die Verbrennung ging aber mit viel Essig und Eis nach einem Tag wieder weg. 

Ohne Auto ist man ziemlich aufgeschmissen, also haben wir uns einen Jeep von Mister Paradies gemietet. Der sieht super aus auf den Fotos, war aber ansonsten durchgerostet und bereit zum Auseinanderfallen. An den letzten beiden Tagen mussten wir ihn auch jeweils zum Anfahren anschieben, damit er überhaupt startete.

 

Curaçao ist auf jedenfall eine Reise wert!

 

 

 

 

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Anada Koknat waata pliss!

Von der genialen Stadt Medellin gehts ab auf die Insel San Andrés. Wir können's kaum erwarten, denn es sind unsere ersten Beach Ferien auf dieser Reise. Da wir früh ankommen, erkundigen wir die Insel mit einem Golf Cart - einmal rundherum klappt wunderbar in einem Tag. Die Insel ist aber leider überflutet von stinkenden Scootern - ich frage mich warum die Dinger eigentlich so abartig stinken müssen. E-Bikes wären die Lösung! San Andres sieht auch sonst ziemlich mitgenommen aus vom Massen-Tourismus und die kleine Johnny Cay Insel wird täglich mit tausenden von Touristen angefahren. Zum Glück sind wir flexibel und entscheiden uns kurzfristig die Insel am nächsten Tag gleich wieder zu verlassen und mit dem Katamaran nach Providencia zu rasen - ihm wird's leicht schlecht auf der Fahrt. Ich dagegen liebe es, wenn Boote über Wellen hüpfen - ich kann dazu wunderbar schlummern.

 

Providencia ist "noch" ein kleines Paradies mit ca. 6000 Einwohnern, die alles für Ihre Touristen tun und man hat das Gefühl total Willkommen zu sein - wie eine grosse Familie. Hier kennt jeder jeden und man ist sofort im "Ya Man" Feeling drin. Die Strände sind noch ursprünglich und es gibt keine Wassersport Angebote oder sonstiges Entertainment. Ist alles verboten um die Fische im Wasser und das Ökosystem zu schützen. Respect man!

Die Insel gehört zu Kolumbien, ist näher bei Nicaragua und die Bewohner reden Kreolisch - eine Mischung aus Spanisch, afrikanischen Dialekten und Englisch. Wir haben nachgefragt und die Bewohner fühlen sich am meisten mit Jamaica verbunden. Providencia wurde im 2005 von einem Hurricane schwer getroffen und so kam der damalige Präsident von Kolumbien auf die Idee, dass die Inselbewohner Ihre eigenen Häuser/Hütten den Touristen zum Übernachten anbieten könnten, um mit dem Geld den Wiederaufbau zu fördern. Dies hat gut geklappt und nur 10 Jahre später sieht man überall sogenannte Posadas, in denen man für wenig Geld eine authentische Unterkunft mit Familien-Anschluss findet. Da Providencia mittlerweile auch als Taucherparadies gilt und der Flughafen bereits im Bau für die grossen Vögel liegt, wird es wahrscheinlich nicht mehr lange dauern bis auch diese Insel zu einem San Andrés verkommt. Ich wünsche den Bewohnern, dass sie es schaffen, den Tourismus trotzdem weiterhin zu restriktieren. Der Katamaran fährt nur 3 mal in der Woche zurück und so bleiben wir eine ganze Woche und verlassen nur schweren Herzens dieses wunderschöne Fleckchen Erde wieder.

 

Kurz ne Zwischennacht auf San Andres bevor wir dann auf die 2600 Meter gelegene Stadt Bogotà fliegen. Es war uns bewusst, dass Bogotà wettermässig wie die Schweiz sein wird, aber dass die Stadt so hoch oben liegt? Ich war schon auf Schnee vorbereitet und hab meine Daunenjacke ausgepackt. War dann aber doch etwa 16 Grad bei der Ankunft - puuuhhh Glück gehabt.

 

Bogotà gefällt uns sehr und in Gesellschaft von Kolumbianern macht es doppelt soviel Spass. Wir feiern hier ein bisschen zuviel und sehen ein bisschen zu wenig von der Stadt und Umgebung. Wir entscheiden uns nochmals für 3 Tage zurückzukommen - Danke Natalia für deine Gastfreundschaft und dass wir wieder ein gemütliches Zuhause haben werden. Natalia hat eine echte ca. 3 Meter lange Rakete (die funktioniert) bei sich im Wohnzimmer - kein Witz. Diese hat sie selber gebaut - ihr Traum ist es als Astronomin Space Ships zu entwerfen. Ich hab dann mal kurz versucht ein paar Studien Unterlagen von ihr zu verstehen - aber mein mathematisches Verständnis reicht gerade mal noch bis zum Satz des Pythagoras. Trotzdem finde ich es unglaublich spannend mit ihr über das Thema zu quatschen. Astronomie für Dummies!

Ah Stefania - du wärst jetzt stolz auf uns - wir haben eine private Salsa Lektion gebucht und am Abend im wohl verrücktesten Lokal geübt. Im Andrés DC wird auf 4 Stockwerken von 18 bis 80 Jahre gefeiert, gegessen und getanzt - alles miteinander - sehr ansteckend.

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The real Vegas is where the vines are!

„Slow writing“ ist das neue Slow travel.... hab aber auch meine Gründe warum ich solange offline war, dazu später.

Den grossen Pot hat er leider nicht geholt in Vegas, deshalb folgen wir unserer Route so weiter wie geplant. Mein „Vegas“ heisst Sonoma und Napa Valley, zwei Täler nördlich von San Francisco mit nichts als Rebbergen, Weingütern und guten Restaurants. Die nächsten 9 Tage verbringen wir genau in der genannten Reihenfolge und starten den Tag mit einem Frühstück am Pool. Ich kann es gar nicht genug erwähnen – thanks to Air bnb entdecken wir die schönsten Plätze und kommen in Kontakt mit den Einheimischen. Diesmal sind wir an eine Strick -Künstlerin geraten, welche nebenbei 2 Zimmer vermietet. 3 Tage später sitz ich verbissen an meinem ersten Babyhut für mein Gottichind Luana. Ich hätte es cool gefunden, wenn ER die passenden Schuhe dazu gestrickt hätte. Naja Er hat immerhin dafür mal Yoga ausprobiert. Ein leichtes Gefühl von Stress  kommt bei mir auf, weil Babyköpfe ja unglaublich schnell wachsen und die passenden Schuhe dazu unbedingt hermüssen, ich stricke schnell weiter und trinke dazu guten Rotwein aus dem Sonoma Tal.

 

Alle ca. 700 Weingüter schaffen wir nicht in diesen Tagen, wir verlassen die beiden Täler mit tollen Eindrücken, einer blauen Zunge und drei im Gepäck eingequetschten Weinflaschen.

 

San Francisco ist unser Next Stop und da wir die Stadt beide schon kennen, haben wir diesmal Zeit um die Touri Punkte zu skippen und ein bisschen local-life-feeling zu geniessen. Unser Air bnb liegt hierzu perfekt – ein typisches farbiges Haus, an einer steilen Strasse gelegen in den Bernal Heights von SF. Die Vermieter sind selten da und so fühlt es sich ein bisschen an, wie wenn uns das Haus alleine gehört – Sie arbeitet bei Uber und setzt gerade „Uber Eats“ in Europa auf. Ahhh wie aufregend! In der Schweiz gibt’s das sicher auch bald. Neben Air bnb ist Uber meine zweite absolute Lieblings Erfindung. Da können sich die Taxi Fahrer mal schön ein paar Scheiben Freundlichkeit, Service und Sauberkeit abschneiden.  Er arbeitete bei Apple und macht jetzt gerade eine Pause, braut zuhause ein bisschen Bier und Apfelsaft. Wo wir da waren, hat er sich gerade für eine zweiwöchige Trekking Tour à la Cheryl Stray vorbereitet. Auch kein schlechtes Leben....

 

 

So, nun gilt`s ernst, wir verlassen unsere „Comfort Zone“ in den USA und fliegen rein ins Vergnügen – Salsa, Kaffee und Rum warten in Kolumbien auf uns! Wäre ja zu schön gewesen, wenn der Transfer ohne Zwischenfall geklappt hätte. Am Security Check in SF wurden wir durch zwei verschiedene Schleusen geschickt, wonach unser Laptop und iPad etwas in Vergessenheit geriet. Also ER sollte die beiden Devices  eigentlich wieder in den Rucksack tun - dachte ich mir - er hat aber dasselbe von mir gedacht und so fanden wir uns dann Kopf schüttelnd  in unseren Rucksack guckend wieder in Fort Lauderdale – 1 Stunde vor Abflug nach Cartagena in Kolumbien. Lost&Found hatte bereits Weekend und so mussten wir in Kolumbien erstmal zwei Tage auf eine Antwort warten. Gottseidank haben sie die guten Stücke „gefunden“ - war ja auch nicht schwer – den Transfer nach Medellin inkl. Verzollung kostete uns „nur“ 660$, ein paar Nerven und ca. 30 E-Mails mit dem Shipping Agent.  Zwei Wochen später können wir die beiden Devices nach einer langen Suche des FedEx Offices im Industriegebiet von Medellin wieder in unsere Arme schliessen – nun versteht ihr sicher auch mein „Slow writing“.

 

Unser erster Eindruck von Kolumbien war „heiss, sehr heiss!“ 30 Grad mit 95% Luftfeuchtigkeit fühlt sich an wie 50 Grad – alles klebt in null komma nichts. Und weiter standen extrem viele bewaffnete Militärsoldaten rum. Die ganze Stadt war voll davon – alle mit Maschinengewehr bewaffnet. Wir haben dann mal unser Spanisch herausgegraben – also ER eher seins, weil bei mir ist davon nichts vergraben, ich muss zuerst mal die Basics lernen und beim Italienisch einfach ein „S“ ranhängen, funktioniert oft, aber nicht immer. So erfahren wir das Kolumbien gerade mitten in den Friedensverhandlungen zwischen den FARC-Rebellen und der Regierung ist und der über 250 Seiten lange Vertrag 100 Meter von unserem Hotel in 2 Tagen unterschrieben werden soll.  Ein grosses Sicherheitsaufgebot ist daher ein „Must“ für all die Präsidenten und Politiker, welche dafür auch aus den angrenzenden Ländern anreisen. Wir doofen Touris wussten von nichts.  Ein bisschen mehr Vorbereitung wäre sicherlich wünschenswert gewesen. Auf jeden Fall ist es sehr spannend darüber aus nächster Nähe zu erfahren. Am nächsten Morgen – nach einer Nacht mit warmer Luft, die uns ins Gesicht bliess – total verschwitzt. Ich hatte die Klimaanlage auf Fan anstatt Cool gestellt – sassen wir an einem grossen Tisch und frühstückten mit zwei Kolumbianern, die uns die nächsten zwei Tage begleiteten, neue Wörter lernten und uns einen Einblick in ihr politisches System gaben. Die beiden treffen wir in ein paar Tagen wieder in Bogota und freuen uns schon jetzt auf das Wiedersehen.

Wir beide lieben Cartagena, die Stadt hat unglaublich viel Charme und Leben – zumindest im historischen Teil – der Altstadt. Dort verbringen wir vier Tage und geniessen das gute Essen, die spontanen Musik Sessions auf den Strassen und interessante Einblicke durch Natalia und Sergio in Ihr Land, auf das sie sehr stolz sind.

Von Cartagena ziehen wir 4 Stunden mit dem Bus weiter nach Santa Marta – die kleine geschäftige Stadt dient als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Tayrona Park. Ich geniesse frische Smoothies, Yoga Stunden auf der Dachterasse unter Sternenhimmel und er tut sich den Trip in sengender Hitze an. Es hat ihm aber gefallen und ich kann mich ja dann später immer noch „rein-photoshoppen“ in seine Bilder. Ich hab echt Angst vor den Moskitos und die Viecher sind hier überall und warten nur darauf mein Blut abzuzapfen – mit der Zeit hat man`s aber ganz gut im Griff – zuerst Sonnencreme, 15 Minuten warten und dann den Moskito Spray und zwar den ganz starken, mit viel Deet verteilen!

Ein ganz lustiges Pärchen aus Deutschland treffen wir hier und verbringen zwei Abende mit ihnen – die beiden werden 1 Woche später auf Aruba heiraten und haben uns gefragt, ob wir ihre Trauzeugen sein möchten.  Irgendwie klappte es jedoch mit den Flügen und dem was wir dazwischen noch gebucht haben, nicht ganz und mussten dann doch leider passen. Den Floh mit Aruba kriegen wir jetzt aber nicht mehr aus dem Kopf und unsere Route nimmt bereits einen anderen Weg als geplant. Aruba und Curacao – wir kommen! Thanks to Rita und Thorsten!

 

An unsere letzten Abend in Santa Marta murmelt die Yoga Lehrerin auf Spanisch irgendwas von Hurrikane und am nächsten morgen weiss ich dann auch, was sie damit gemeint hatte. Wir stecken nämlich am Flughafen unter einem Blechdach mit ca. 500 anderen gestrandeten Locals und Travelern fest. Zuerst wir der Flug mal verschoben und 8 Stunden später dann der ganze Flughafen geschlossen. Wir sehen ein paar umgeknickte Bäume und viele, überflutete Strassen. „Matthew“ der Hurrikane war gütig mit der Küste Kolumbiens und zieht weiter Richtung Jamaika und Haiti wo er - wie wir später lesen - grosse Verwüstung und Leid angerichtet hat.

 

Im Gewusel der vielen Gestrandeten versucht sich nun jeder seine Route neu zu organisieren und wir tun uns mit zwei Travellern zusammen, die ebenfalls wie wir nach Medellin wollen.  Die beiden gehen mir schon ziemlich bald auf den Kecks. Denn wir checken schnell, dass die sich nur an uns gehangen haben um die Kosten zu teilen. Daran wäre ja eigentlich nichts auszusetzen, aber als es dann darum geht eine Unterkunft für eine Nacht zu finden, bevor wir dann am nächsten Tag ein gemeinsames Taxi nehmen um zum 2 Stunden weiter entfernten grossen Flughafen in Baranquilla zu gelangen, wird’s kompliziert. Die wollen so günstig wie möglich - 6 CHF Pro Kopf für eine Nacht übernachten! Also da sind doch Bettflöhe vorprogrammiert. Nö da mach ich nicht mit und schlage eins für CHF 90.- die Nacht vor. Nach langem hin und her einigen wir uns dann auf ein Hotel in der Mitte des Preis ranges für 50 CHF. Ich werde die beiden einfach nicht los. Das Taxi ist eben zu teuer, als das es sich für sie lohnen würde eines alleine zu nehmen.  Ah und dazu kommt noch, dass die kein Wort Spanisch sprechen und wir für sie willkommene Dolmetscher und Verhandler sind.

Ich muss an dieser Stelle mal festhalten dass wir ein Jahr Ferien machen und  keine Traveller sind. Wir reisen ein Jahr um die Welt und suchen uns überall ein schönes Plätzchen zum Geniessen.

Nach 40 Stunden hin und her und einer schlaflosen Nacht in diesem lauten und etwas schmuddeligen Hotel, kommen wir dann endlich in Medellin an. Gleich am Flughafen wollen die zwei schon wieder mit uns ein Taxi teilen – „ja genau, damit ich dann wieder schön verquetscht in der Mitte hocken kann“. ER findet nur „Also ich halte mich da raus – ist deine Entscheidung“.

Spätestens jetzt bin ich nicht mehr nett und werde die beiden ein für allemal los... hehe!

 

Ah Medellin ist wunderbar und die Begrüssung im Air bnb durch Yelitza könnte herzlicher nicht sein. Unser Zimmer kostet hier übrigens auch nur CHF 21.- - nicht dass ihr denkt wir sind komplett abgehoben – man muss halt nur gut recherchieren, alle Bewertungen lesen und dann findet man auch gute Plätze für wenig „Batzeli“.  Die Mischung machts!

 

Die Bilder von Kolumbien folgen dann im nächsten Blog. Tschüssiiii

 

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Endlich Vegas!

ER

Sonne, Pool, Shows, gutes Essen und Poker. Was will man noch mehr nach all diesem Trubel mit dem Camper und Corinne's Lungenentzündung. Ich brauche sozusagen Ferien von den Ferien, um mich zu erholen. Macht das Sinn? Egal! Hauptsache V-E-G-A-S, my secret home! ;-) Eigentlich hat diese Stadt zwei Facetten, das ist mir schon bewusst. Wie überall auf der Welt gibt es die Sonnen- oder Schattenseite, Verlierer und Gewinner, arm und reich. Der Vergleich zwischen dem Vegas Strip und Oldvegas on Freemont street zeigt sinnbildlich beide Welten. Viele die am Vegas Strip nicht überlebten, sind heute im "trashigen" aber sympathischen Oldvegas. Umgekehrt wer es von Oldvegas zum Strip geschafft hat, ist sozusagen aufgestiegen. Vegas ist Europapark für Erwachsene mit grossem Budget verbunden mit einer gehörigen Portion Dekadenz für diejenigen, die dies suchen. Die Frage ist wie man sich selber darin bewegt, wie dekadent man sich in dieser Scheinwelt zurecht findet, vor allem auf Dauer. Sin City - die Stadt der Sünde!

 

Unsere "5 Sünden":

 

1. Hotel!

 

In keiner Stadt auf der Welt gibt es solch grosse, faszinierende Hotelwelten mit bis zu 6000 Zimmern in einem einzigen Hotel. Man muss sich dies mal vorstellen. Da wir beide aus der Hotellerie stammen, gönnen wir uns diesmal das beste Hotel mit Kingsize Bett. Eine Junior Suite  im Encore @ Wynn Hotel. Für einen relativ kleinen Aufpreis pro Nacht schnappen wir uns die Suite mit separatem Tower Suites Eingang im 39. Stock. What a room with a view!

 

2. SPA Treatments!

 

Sie liebt SPA treatments, Massagen etc., sodass sie sich während meinen Poker Sessions hauptsächlich im sehr luxuriösen SPA Bereich aufhält. Ich hoffe natürlich, dass ich mit meinen Poker Session die Reise finanzieren kann. Let's see!

 

3. In room dining, breakfast, dinners..! 

 

Morgens ohne Wecker erwachen, den Touchscreen berühren "open drapes", Vorhänge öffnen sich, Roomservice klingelt an der Tür: "Good morning sir, your breakfast is ready". Ich liebe Eggs Benedict, drei Stück sind ein guter Start - denke ich. Und mit dieser View ist es definitiv ein guter Start in den Tag. :o) 

In Vegas kann man überall gut essen, dachte ich mir als ich 2001 das erste Mal Sin City besuchte. Acht Besuche später bin ich anderer Meinung. Die Restaurants sind alle sehr gut inszeniert, eingebettet im Glamour der Stadt und meistens "overprised". Wenn man dann noch Taxes und Gratuity von 18% hinzufügt, übersteigt der Preis locker den von Zürich's besten Restaurants. Schliesslich zahlt man ja nicht für das Essen, sondern für das Erlebnis, den Service, die Inszenierung und das ganze Drumherum. 

Zum Abschlussabend soll es ins Lakes of Dreams im Wynn sein, wo man all 30 Minuten die Show geniessen kann. Ooooops, keine Reservierung vorhanden. Ich melde mich bei der netten Host Dame und erkläre ihr es sei unser letzte Abend, schiebe ihr eine 10$ Note rüber als Tip und sage ihr, es soll der beste Tisch zuvorderst auf der Terrasse sein, wo man die Show am geniessen kann. (Danke an Urs, du hattest uns dies damals in 2011 gezeigt). Nach einem kurzen Aufenthalt an der Cocktailbar und zwei Gin Tonics später, landen wir am besten Tisch. Der 89$ Surf & Turf war OK, nichts Spektakuläres, aber hey wir sind in Vegas und da feiert man immer wie wenn es der letzte Abend auf Erden ist.

 

4. All you can drink! "Drinks-Cocktails-Drinks"!

 

Wenn man man am Automaten oder Table-Games spielt, kommt man in den Genuss des FREE Getränke Services. Am Pokertisch ist der Service top, wobei man den nicht so nutzen will, weil man klar denken muss oder soll, wobei Gin Tonics meine Loose-Aggressive Strategie fördern. Ob positiv oder negativ lass ich mal so stehen. 

Heute treffen wir Vanessa aus dem Event Services Team, die zufälligerweise auf einer West-Side Reise ist und zu diesem Zeitpunkt in Vegas im Excalibur residiert. Wir treffen uns im Foundation Room im Mandalay Bay zu einem Drink und Übergabe der 820GB schweren Festplatte mit Films und Serien, die sie aus Basel mitgenommen hat. (Dangge Tobi, 820GB! Crazy man, hab nicht mal so viel Platz auf dem Laptop! Dangge! :o) Im Gegenzug erhält sie ein Sack voller Vegas Baby Bodies für meine zweimonatige Nichte Luana, die ich nur von den Fotos kenne. Danke Vanessa für deine wichtige Übergabe Mission. :-)

 

 

5. Poker...Poker...Poker!

Poker ist so zeitraubend, dass ich am liebsten 3 Wochen in Vegas verbringen würde. Glücklicherweise ist Sie happy mit SPA Besuchen und Fashion Mall Shopping, sodass ich mich an den Pokertischen vergnügen kann. 1/2$ und 1/3$ Cashgames im Encore, Mirage, Montecarlo, Bellagio und ARIA mit grossen Swings lassen meine Endbilanz leicht positiv aussehen. Das Deepstack Extravaganza Turnier im Venetian startete um 12.00 Uhr und endete mit meinem Seat Open um 19.30 Uhr als 40. von 215 Spielern von Day 1 B. Erster Preis von den drei Starttagen mit 649 Spielern wäre 30'000$ gewesen. Ich sitze im BB mit 10 Blinds. Loose player im Button raist auf 3 Blinds. Ich gehe all-in mit Pocket 33, er sitzt diesmal auf QQ und bustet mich. War der richtige Move, denke ich und freue mich auf das Abendessen im TAO's Club ein Stock weiter oben.

 

Goodbye VEGAS und wir sehen uns im 2017 oder spätestens im 2018! Always FUN! 

 

Next Stop: Sonoma / Napa Valley (Wine tasting and drinking :-)

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Juhuuu wir sind den Fritz los

Husten gehört inzwischen zu mir wie der Eiffelturm zu Paris und so verbringe ich die Tage in Vancouver mit Husten und Schwitzen, sowie der täglichen Dosis Antibiotika. Ich habe mir bereits ein leicht sichtbares Sixpack angehustet und auch die Rückenmuskeln scheinen sich dabei zu stärken. Das nenn ich mal effektives Training. Die letzten 3 Tage komme ich auch noch dazu die Stadt wie eine Rentnerin mit dem Hop on Hop off Bus zu erkunden. Nun fragt ihr euch sicher was Er in der Zwischenzeit so tut....naja, auch in Vancouver gibt es Casinos und somit Poker. ;-)

 

Ein Leben ohne Fritz ist einfach besser - R.I.P. Fritz - danke, dass du uns gelehrt hast, dass wir niemals einen Camper kaufen werden und nie wieder auch nur daran denken Camping-Ferien zu machen mit einer einzigen Ausnahme: Einmal jährlich Zelten am Montreux Jazz Festival für 2-3 Tage.

 

"Und geht`s dir wieder besser?" Das war die Begrüssung bei der "Drop-off Location" des Campers in Seattle. Zuerst war ich ein bisschen irritiert, weil mich der ganze Laden angeschaut hat und logischerweise eine Antwort erwartete - ein kurzer Hustenanfall hat dann gereicht um mir weitere Fragen zu ersparen. Auf jeden Fall hat sich Go North grosse Mühe gegeben und die Managerin ist persönlich an den Tresen gekommen um alles mit uns durchzugehen. Ca. 2 Stunden später waren wir nach einem 10 seitigen Report dann soweit, das dazu diente die zu viel bezahlten "Extra-Meilen" wieder zurückerstattet zu bekommen, sowie den Selbstbehalt für die kaputte Türe vom Einbruch. 

Fazit: Immer direkt bei der Camping Vermietung buchen - das Gedödle über ein Reisebüro lohnt sich mal gerade gar nicht und man fühlt sich zusätzlich ausgenommen. Als Beispiel: Das Extra Meilen Paket, welches wir vorab gebucht hatten, kostete 60.60 CHF für 100 Meilen. Vor Ort hätten wir jedoch die effektiven zu viel gefahrenen Meilen für 0.59 US $ pro Meile nachzahlen können. D.h. es wäre uns günstiger gekommen, wenn wir es einfach bei der Abgabe nachbezahlt hätten - das ist doch ein Witz - für was haben wir es dann vorab gebucht? Frage an Globetrotter?

 

Ahhhh, was für ein Welcome als wir in Seattle in unserem Air bnb einchecken - Barbara erwartet uns schon mit einem wunderbaren Abendessen und wir fühlen uns wie zuhause. Später kommt noch Josh, ein Kollege von ihr dazu, der ebenfalls gerade am Reisen ist und wir quatschen bis spät in die Nacht. Als Josh uns erzählt, wie er denn so unterwegs übernachtet, fühlen wir uns wieder ein bisschen schuldig gegenüber Fritz - er hat ne Hängematte dabei und wenn keine Bäume zum Aufhängen rumstehen, dann schläft der einfach im Schlafsack mit einer Hülle zum rüberziehen - Crazy - Gratis - aber definitiv nichts für mich.

Mir gefällt Seattle, eine Stadt für alle die gerne und gut essen, die Kombination von Ocean und City lieben und gute Museen. Wobei Letzteres gar nicht unsere Lieblingsbeschäftigung ist, aber in Seattle sind die Museen einfach gut. 

 

Ich weiss nicht warum, aber Er ist die ganze Zeit so nervös am Rumzappeln - da fällts mir ein, wir fliegen ja bald nach Vegas. ;-)


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What the heck....!

Oh Mann ich sags euch, also so eine Camper-Tour ist nix für uns - wir sind fix und foxi.

Der Reihe nach...ab Whitehorse fuhren wir raus aus dem Yukon hinein ins British Columbia Gebiet, vorbei an netten Dörfchen wie Old Hazeltown oder Ksan. Irgendwo muss ich was aufgelesen haben, auf jedenfall hatte ich 2 Tage später Fieber und einen Husten, der immer lauter wurde. Hab alles versucht und mir den Magen mit all den Dafalgan und Tylenol Tabletten verdorben - das Fieber ging dann jeweils zurück, aber kam ein paar Stunden später wieder - mein höchster Stand lag bei 39.4 Grad. So habe ich mich dann durch weitere 5 Nächte geseucht mit dem Gedanken, dass es wohl eine Grippe sein muss.

Unser Ziel war jetzt nur noch so schnell wie möglich in die Wärme zu fahren, denn die Nächte waren auch hier immer noch sehr kalt und nicht gerade förderlich für meine Genesung. In so einem Camper ist es übrigens auch ziemlich unangenehm, wenn man Fieber hat und schwitzt. Die Dämpfe vom gekochten Essen und der Staub vom Fahren hängen förmlich in der Luft, kleben an der Bettdecke und die Dusche und das Klo mit all dem Zeug drin - ich nenn jetzt keine Details - schleppt man ja ständig mit sich rum. Denn "Dumpen" kann man nur, wenn der Tank min. 2/3 voll ist - ansonsten fliesst das Zeug nicht richtig ab. Sorry - ich hoffe ihr seid nicht gerade beim Frühstück.

Zusätzlich kann man sich hier auch wunderbar gegenseitig anstecken - er hat bereits angefangen zu Husten. 

 

In Kamloops angekommen und am 6.ten Tag meiner "Grippe" hab ich dann meine Versicherung für einen Arzttermin angerufen. Swisscom hat mir für dieses Telefonat CHF 22.50 verrechnet - danke! Mein Fieber stieg sicher gleich um 0.2 Grad an als das SMS mit dieser Info kam. Die Versicherung setzte alle Hebel in Bewegung und besorgte mir einen Arzttermin für den nächsten Morgen um 8 Uhr in Kamloops. Und mit den weiteren 3 Telefonaten, die es dazu benötigte waren meine CHF 100.- Prepaid Guthaben auf CHF 5 geschrumpft - nochmals danke Swisscom!

Inzwischen brennte alles in mir und ich fühlte mich, als ob ich von innen aufgefressen werde - um Mitternacht hielt ich es nicht mehr aus und ich sagte "Schatz, bring mich in den Notfall". Er tat mir inzwischen auch richtig leid, da ich seit Tagen zu nichts zu gebrauchen war und mich wie eine halbtote Fliege von A nach B bewegte. Fritz benötigt im Übrigen viel Aufmerksamkeit und er säuft. Er säuft so viel, dass wir jeden dritten Tag für umgerechnet CHF 150.- tanken müssen. Zusammen mit der Miete, kostet uns Fritz täglich CHF 300.-. Genau! Dafür könnte ich jede Nacht in einem Luxushotel in frischen Seidenbettlaken aufwachen und mir einen SQ5 mieten. :-)

 

Nachdem er Strom und Wasser abgehängt hatte und wir uns während der Nachtruhe mit Fritz aus dem Campingplatz schlichen und ins nächst beste Krankenhaus fuhren - war ich unterdessen sicher, dass ich keine normale Grippe hatte. Die ganzen Homeless People gehen anscheinend auch dorthin, wenn es ihnen nicht gut geht - auf jeden Fall schleichen da einige komische Gestalten rum. Als ich nach kurzer Wartezeit um ca. 1 Uhr ins Aufnahmebüro kam, ging`s dann sehr professionell weiter. Zuerst aber wollten sie noch 995 CAN$ (ca. 750CHF) kassieren - das ist der Preis den alle Ausländer in Kanada für jede Konsultation hinblättern müssen, egal ob Notfall oder Arztbesuch. Als Kanadier kostet der Notfall 335 CAN$. Mir egal in dem Moment, Hauptsache die machen mich wieder gesund. Mit einem weissen Band um die Hand sollte ich dann der gelben Linie bis zum "Streaming" folgen. Mir ist nicht klar was Streaming bedeutet, bis mir ein Junkie entgegenkam und sagte "Ah, you`re  feeling like streaming today, haha". Ich muss ausgesehen haben als wäre ich eine von ihnen - er hat`s auf jeden Fall nett gemeint. Ab da wusste ich, was jetzt kommt - die Blutabnahme. Endlich, nach einer weiteren quälenden Stunde kam eine Krankenschwester raus und setzte mich neben einem weiteren Junkie für die Blutabnahme auf einen Stuhl. Ich vergewisserte mich noch, dass die Spritze auch neu ist und hielt meinen Arm hin. Next Stop - Röntgenbilder und um ca. 2:30 Uhr sah ich dann meine Erlösung - der Arzt sagte mir, ich habe eine fortgeschrittene Lungenentzündung, die auf den Röntgenbildern deutlich zu erkennen ist. Das bedeutet - Bettruhe und 9 Tage Antibiotika! Inzwischen hasste ich Fritz und wir waren uns einig, dass ein Auskurieren da drin unmöglich ist.

Wir fuhren nach Vancouver um möglichst nah bei Seattle zu sein, wo wir Fritz am 1. September abgeben müssen. Gerne hätten wir ihn bereits am 24. August am Tag meiner Diagnose abgegeben - aber das Reisebüro so wie auch die Camper Vermietung winkten ab. Nun haben wir also den Fritz seit dem 24. August Downtown Vancouver geparkt, bezahlen täglich 24 CAN$ und müssen jeden morgen um 6 Uhr den Wecker stellen um nachzulösen. Eine Busse haben wir ebenfalls bereits kassiert, weil wir falsch geparkt hatten.

Ich konnte inzwischen kaum mehr laufen - meine Lunge produzierte zu wenig Sauerstoff. So gingen wir ins erstbeste 5 Stern Hotel - und buchten eine Junior Suite mit 2 Zimmern (Four Seasons). Die nächsten 3 Tage lag ich dann dort und bewegte mich nur für's Housekeeping hinaus zum Hotelpool. 

Sein Husten machte uns inzwischen auch etwas Sorgen und so buchte uns die Versicherung einen Arzt, der überraschenderweise am nächsten morgen an unserer Zimmertür klingelte.

Er hat sich eine Bronchitis eingefangen, die er nun ebenfalls auskurieren muss. Der Arzt - wir sind uns nicht sicher, ob er wirklich ein Arzt war - denn er hat ausgesehen wie frisch von einem Mafia Film-Set und hatte auch per Zufall noch einen 112 Euro teuren Asthma Inhalator dabei. Aber der hilft - und seine Bronchitis ist schon fast weg.

 

Inzwischen sind wir in einem Airbnb gelandet, 500 Meter von unserem Fritz entfernt und mir geht es schon viiiiiel besser. Noch 2 Tage Antibiotika und dann sollten alle fiesen Bakterien tot sein. Fritz tut mir ein bisschen leid und wir gehen jeden Tag nach ihm schauen - vorgestern laufen wir wieder hin und ich denke mir - "komisch dieser Rollladen war doch ganz oben". War ja klar, wir sind Downtown Vancouver und links um die Ecke hat`s eine grössere Homeless People Community. Alle unsere Sachen sind durchwühlt worden und mitgenommen haben sie unsere tollen Lowa Wanderschuhe und einen Rucksack. Die restlichen Kleider waren ihnen wohl nicht gut genug.

Alle Wertgegenstände hatten wir bereits bei der Ankunft ins Hotel gebracht. Und als ob das noch nicht genug wäre, geht dann auch noch der Propangasalarm ab und ein schriller Ton quälte unsere Ohren. Im Handbuch steht, wir sollen das Fahrzeug sofort verlassen, alle Fenster und Türen öffnen, den Gastank abstellen und die Camper Vermietung anrufen. Bei uns bricht kurzzeitig ein bisschen Panik aus, da wir keine Lust haben inmitten auf dem Parkplatz mit unserem Fritz in die Luft zu gehen oder wegen einer Kohlenmonoxid Vergiftung wieder ins Spital zu müssen.

Wir stehen nun draussen auf dem Parkplatz, mein Handy hat inzwischen kein Geld mehr drauf und seines - danke Sunrise - kann einfach nicht raus telefonieren. Ich fasse kurz zusammen: Es wurde eingebrochen, der Propangas Alarm heult und wir haben kein Telefon - aja und ich sollte dringendste meine Antibiotika nehmen.

 

Wir suchen beide nach Handy Spender und werden nach ein paar Versuchen fündig - ich nenne sie unseren "Angel of the Parking Lot". "Wenn du das liest Irene, dann möchte ich dich gleich nochmals umarmen und danke sagen". Eine holländische Tänzerin, die uns geduldig alle Anrufe machen lies und uns mit Stift und Papier zur Seite stand. 

Nach dem Telefonat mit der Vermietung konnten wir den Alarm wieder zurücksetzten und gingen davon aus, dass es an der Batterie gelegen haben muss. Die Polizei von Vancouver eröffnete eine File Nummer für die Versicherung und nach ca. 2 Stunden war auch dieses Problem gelöst. 

 

Morgen fahren wir nach Seattle und geben den verfluchten Fritz ab und ab dann kann`s ja nur besser werden :-). Ein paar tolle Bilder haben wir natürlich trotzdem auf Lager. 

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Where are the Chickens?

Sie

Nun sind wir drin – im matschigen, steinigen, sandigen und glitschigen Taylor Highway, nur langsam kommen wir voran mit ca. 30 – 40 kmH. Der Regen mixt den Boden zu einem schönen Brei durch den uns Fritz überraschend sicher trägt. Dazwischen kommen immer mal wieder geteerte Abschnitte in denen wir alle drei ein bisschen aufatmen können – ja Fritz ist inzwischen zum Familienmitglied geworden. Ungefähr in der Mitte liegt ein Mini-Dorf namens „Chicken“, dort haben wir für uns im Downtown Chicken RV Park für die Nacht niedergelassen. Hühner sucht man aber vergebens denn der Name ist ursprünglich entstanden, weil die Goldgräber damals zum überleben das  Ptarmigan Huhn assen. Da sie sich aber über die korrekte Aussprache nicht einig waren entschieden sie sich den Ort einfach Chicken zu nennen. Heute dient der Name als netter Marketing Gag  für durchreisende Touristen.

 

Er

Endlich haben wir diesen Taylor Highway „Top of the World“  auf ungeteerten und rutschigen Strassen hinter uns. Denn bald ist Dawson City angesagt - das Las Vegas des Yukon! Na ja, übertreiben muss ich nicht. Das Diamond Tooth Gerties ist eine Gambling Hall, wo neben Can Can Girls, die Showacts bieten, Roulette, Blackjack und Poker gespielt wird. Leider habe ich das 7pm Pokerturnier verpasst und unwissentlich zu dieser Zeit stattdessen ein paar Spare ribs im Kate’s Klondikes Restaurant verdrückt. Immerhin konnten wir uns zwei nette Shows reinziehen, ein paar Bierchen trinken (also ich!) und im Roulette kläglich versagen.

Nach mehrmaligem Nachfragen, ob nach dem Pokerturnier noch eine nette Cash Game Runde entsteht, gab ich dann schliesslich auf.  „Tournament only and then these local guys go to bed.“ Sagenhafte 19 Registrierungen bei 75 $ CAD kam ein Gesamtpot von 1425 $ CAD (ohne Re-buys einkalkuliert).

Easy, bald sind wir im September in Vegas, wo ich sozusagen die Weltreise rückfinanzieren werde. Hehehe! Hopefully!

Dawson City erwachte 1896 im Klondike-Goldrausch, das nur ein paar Jahre anhielt. Man kann in den Geschäften überall „golden nuggets“ in unterschiedlichen Grössen kaufen. Selbstverständlich wollte SIE ein kleines Souvenir kaufen oder eher geschenkt bekommen. Aber mein trockenes Feedback: „Sorry, wir sind auf Weltreise – kein Platz“ zerschlug all ihre Träume. So hart hat sie es nicht, schliesslich wurde SIE zum 4. Mal nach Las Vegas eingeladen. ;-)

 

Sie 

Immer der Sonne nach ist unser neues Motto geworden und anscheinend soll es die in Whitehorse geben. Eine Nacht später kommen wir an und liessen uns erstmal mit einem alten Trolley aus Holz dem Yukon entlang fahren. Hier herrscht ein bisschen Hippy Feeling gepaart mit Outdoor Adventure Geist, Organic Food, Dreadlocks, Miniröcke mit Blumenmuster aus Filz und dazu XtraTufs (Gummistiefel) so mein erster Eindruck der Menschen hier....ich wüsste ein paar Freunde aus meinem Umfeld die sich hier pudelwohl fühlen würden.

 

Schön gegensätzlich parken wir dann aber für die Nacht auf einem Gratis Walmart Parkplatz zwischen ein paar anderen Motorhomes und selbstgebauten Wohnautos. Sieht aus als ob die hier das ganze Jahr über leben würden. Anyway, wir haben genügend Wasser, die Abwasser Tanks sind leer und wir wollen das Geld lieber für gutes Essen und eine Kanu Tour ausgeben. Auf diesem Walmart Parkplatz gefällt es uns so gut, dass wir  ganze drei Tage dort bleiben und zum Frühstück jeweils das kuriose Treiben unserer Nachbarn beobachten. Einmal lief uns eine Familie mit Kinderwagen und einem dicken Schwein an der Leine vor der Windschutzscheibe durch – ich dachte zuerst  - „genial jetzt seh ich schon Fabelwesen - der Reise-Flow ist jetzt also eingetreten“.

Übrigens ist unser Fritz hier eher ein kleiner Camper im Vergleich zu den Car ähnlichen Motorhomes die seitlich jeweils noch links und rechts ein halbes Wohnzimmer hinausschieben können.

 

Da wir bis jetzt erst einen Grizzly Bär gesehen haben, sind wir gierig  nach Bären Stories von einheimischen. Unser Kanu Vermieter erzählt uns, dass sein Hund von einem Bären ums Leben gekommen ist und er daher jetzt zwei Hunde hält, so ist es anscheinend schwieriger für den Bären und er sucht schneller das Weite. Ein anderer „Sourdough“ so nennen sich die Einheimischen, meint dass er schon über tausend Fotos von Bären gemacht hat und einmal beim Angeln von einer Bärenmutter  mit 2 Jungen überrascht wurde und sich die sich beiden aus in 1 .5 Meter Entfernung in die Augen schauten -  nichts ist passiert.

 

 

Weiter geht’s nach Watson Lake....wobei wir uns nach 20 Meilen spontan für eine Abzweigung nach Atlin entscheiden. Ich hab irgendwo gelesen dass Atlin „the most beautiful place on earth“ ist, kein Witz, von daher müssen wir dahin.

 

Und zack da ist er schon - unser erster Steinschlag in der Windschutzscheibe. Macht ja nix wir haben die VIP Versicherung gelöst....hehe. Später hab ich dann nur aus Neugier nochmals in den Versicherungsbedingungen nachgeschaut. War ja klar, dass dort steht „ausgenommen Steinschläge“. Schön mit den Preisen aufgelistet: Ein "Nick" macht 30$ ein „Chip“ für 95$ und ein „Crack“ wäre dann 300$. Wenn sie`s genau nehmen dann zahlen wir für diesen einen Steinschlag den uns ein vorbeifahrender Truck beschert hat 2 mal „Chip“ und einmal Nick – toll.

Ich hab aber schon eine Idee wie ich den einen ganz oben verstecken kann – ich kleb einfach ne tote Mücke drauf – genial. Und die anderen beiden welche sehr nahe zusammen liegen diskutieren wir auf einen runter. 

 

100 Meilen weiter am Ende der Strasse direkt am  Lake Atlin liegt das gleichnamige, rustikale Dörfchen. Wobei genauer gesagt, ist Atlin gar kein Dorf sondern eine „Community“. Die haben hier keinen Gemeindeamann oder ähnliches sondern lösen alle Probleme und Aufgaben mit freiwilligen Helfern. Ca. 400 Menschen leben hier das ganze Jahr über und gemeinsam halten sie die alten Gebäude von den glorreichen Goldrauschzeiten instand. Auf den Fotos bekommt ihr einen guten Eindruck der wirklich großartigen Landschaft . Unser Fritz erhielt einen wunderbaren Seeblick für die Nacht und wir haben geschlummert wie 2 Bären im Winterschlaf.

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Rollender Fritz  - pick up in Anchorage

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Huch, warum hab ich bloss aus Neugier den längeren Camper gebucht (Es gab noch eine kleinere Version davon)? Der ist ja riesig, also ich kann den bloss geradeaus fahren...wenn überhaupt. Gut dass ER ja so gerne fährt. Ich bin sowieso der Meinung, dass ein guter Co-Pilot mehr Arbeit hat als der Fahrer selbst. Navi einstellen, Karten lesen, Camping Plätze suchen, Getränke öffnen, Sonnenbrille holen, Ausschau nach Schlaglöchern halten, melden wenn ER zu schnell fährt, wach bleiben, obwohl mich kurvenreiche Strecken immer unglaublich müde machen...usw.

 

Nach einer längeren Einführung in „How to use“ dieses Monster namens Fritz geht’s dann von Anchorage erstmal raus aus der Stadt Richtung Valdez. Auch bekannt als „Alaskas kleine Schweiz“ und als geschäftiger Fischerhafen direkt am Meer.

Hier endet übrigens auch die 800 Mile lange Trans-Alaska-Pipeline.

Das Wetter spielte die nächsten Tage nicht mit und wir konnten die schöne Landschaft durch den Nebel nur vage an den Umrissen erkennen, plus A...kalt war es auch. Leider hat auch keiner von uns beiden gecheckt wie die Heizung funktioniert und so haben wir die ersten 3 Tage ziemlich gefroren. In der Nacht sanken die Temperaturen auf ca. 5 Grad....und  mit kalter Nasenspitze schlafen, find ich sehr ungemütlich. 

 

Ein Festmal für die Möwen und Bären ist die "fish hatchery", dort kommen jedes Jahr die Lachse zurück um zu laichen.

 Bären haben wir nicht gesichtet, die kommen anscheinend immer erst nachts, wenn die Menschen weg sind. Die Möwen hatten definitiv ihre Party sowie einige Fischer, welche ihren Vorrat nun für den Winter eingedeckt haben. Die Alasker dürfen für den Eigengebrauch pro Chef-Haushalt 25 Fische und für jedes weitere Familien-Mitglied weitere 10 fangen.

Der Lachs aus dem Copper River zwischen Valdez und Tok ist anscheinend der Weltbeste und wird für sehr teuer gehandelt. Als wir dort ankamen, haben ein paar Alasker gerade ihren Kontingent an Fischen mit „dipping"erschöpft. Netz rein- und Fische rausziehen in Oberschenkel hohem, kalten Wasser bei eisigem Wind. Wir haben dann doch lieber nur zugesehen.

Ein kleiner Abstecher nach Chitina führte uns am Ende über eine Haarsträubende Brücke – die "Kuskulana bridge". Ursprünglich gebaut für den Tansport von Kupfer 1911.

 

Chitina ist auch der Eingang zum grössten Nationalpark des Kontinents – der Wrangell-St. Elias Nationalpark. Er ist grösser als die Schweiz und wenn wir etwas mehr Outdoor-Abenteuer-Mum hätten, dann wäre eine zwei tägige Trekking Tour mit Übernachtung in einem der „first come first serve“ Holzhütten sicher das non-plus-ultra gewesen. Im Motorhome schläft es sich aber viel besser. Da es regnet, haben wir auch eine gute Ausrede wieder die zwei Stunden über holprige Strassen zurückzutuckern und den Taylor Hyway (auch bekannt als Top of the World Highway) anzusteuern, welcher uns nach Dawson City führen wird. Die "park rangerin" hat nur den Kopf geschüttelt und gesagt „CRAZY“, dass wir dort drüber fahren wollen mit unserem Gefährt. Hmmm, unsere Vermietung meinte  „No Problem“ pro ungeteerte Meile müssen wir aber 0.25 Cents extra zahlen. Wird wohl nicht so schlimm werden - dachten wir uns – andere haben das auch schon vor uns überlebt. Auf geht`s zur Goldgräber und Gambling Stadt - Dawson City!

 

Dazwischen lag noch eine Nacht im Red Eagle RV Park, wo wir uns abends auf Sofas zwischen ein paar pensionierten Herren und Damen wieder fanden und über Religion, Trump versus Clinton, das Waffengesetz in Amerika und Bären diskutierten. Dabei wollten wir nur ein bisschen free WiFi abzapfen....

 


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Im goldenen Herzen von Alaska - Cosy Alaskan Cabin

So lautet der Titel unseres super schnuckeligen Holzhäuschen, das wir ausserhalb der Stadt des goldenen Herzens (Fairbanks) gemietet haben. Für die Abgeschiedenheit verzichten wir gerne auf Wifi, haben ein "Outhouse"-Klo, eine Outdoor-Dusche und müssen alle drei Tage den Wassertank auffüllen.

Was uns hier in Alaska besonders aufgefallen ist, ist die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Einwohner. Wir wurden 2 mal von Einheimischen eingeladen und haben die Gesellschaft sehr genossen. Die Alasker haben viele spannende Stories zu erzählen, von Elch schiessen mit Pfeil und Bogen, über selbstgebaute Holzhäuschen bis zur Instandhaltung der 800 Miles langen Öl-Pipeline, die durch ganz Alaska führt.

 

Fischen lag leider nicht drin, da das Wasser in den Flüssen dieses Jahr viel zu hoch ist - find ich super, denn wer hätte den armen Fisch zubereitet? Für alle die den Bären beim fischen zuschauen möchten, checked diese Live Cams auf der Kaitmai Insel aus und beobachtet wie ihnen die Fische buchstäblich ins Maul springen - die Seite kann ich wirklich empfehlen.

 

Es gibt hier immer noch die alten Gold Minen, wo viel Erde drumherum liegen geblieben ist, die noch Mini-Goldstückchen enthalten- siehe Bilder. Wir haben zusammen stolze 11 Dollar Wert an Gold gescheffelt. Goldgräberfeeling Inklusive!

 

Morgen fahren wir bereits wieder los Richtung Anchorage und machen einen Zwischenstopp in Denali, dem grossen Weissen oder auch Mount Mc Kinley genannt um ein paar Elche, Karibous, Adler und wer weiss vielleicht auch einen Bären zu sichten.

 

 

 

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Von New York nach Boston

Er

New York City

 

Ab Philly nahmen wir wieder den gemütlichen, easy Greyhound Bus mit onboard Wifi. Kaum angekommen in Big Apple City ging es via Taxi direkt zu unserem Airbnb Apartment in West Village, wo wir bei Raoul vier Nächte verbrachten. Wir kommunizierten in Englisch, aber es stellte sich heraus, dass er aus Verona (Italy) stammt und seit 4 Jahren in NYC Fashion photographer ist. Yeah man!

Lunchtime! Er schlägt uns das Buvette vor, das in Walking Distance ist. Da war ich ja schon in 2013 mit meinem Kumpel Markyboy, ein professioneller Pokerspieler, vor allem stark in Cash Game ist und bei Turnieren auch schon „in the money“ war. Im Heads Up gegen mich machte ich jedoch kurzen Prozess mit ihm. Hehe...

Von ihm erhielt ich auch gute Tipps für Restaurants, denn in NYC gibt es viele Topadressen. Viele New Yorker sind „Foodies“ und geniessen die Vielfalt der New Yoker Gastroszene. Nach einem Walk auf der High Line hiess es Rooftop time im Standard Hotel vom Meatpacking district. Corinne wollte zwar shoppen, durfte aber nicht, weil wir keinen Extra Space im Rucksack hatten. Dazu war noch Summer Sale und sie musste sich nur mit Window Shopping begnügen. Poor Thing! J

Die klassischen Touri-Places wie Times Square, One World Tower, Ground Zero, Central Park, Flat Iron Building, 5th Ave etc. mussten wir checken, denn Corinne war zum ersten Mal in NYC.

Williamsburg in Brooklyn, wo wir zwei Abende in italienischen Restaurants verbrachten, war TOP! Die Sunset Skyline vom Wythe Hotel war traumhaft. Die  Pasta im Restaurant Aurora schmeckte wie in Süditalien bei zia Maria und „la pumarola“ (Tomatensauce) wie bei nonna Carmela. Böse Zungen behaupten sogar, dass das Niveau in diesen Restaurants gleich bis besser ist als in Italien selber. Crazy shit!

Nach vier, heissen und schwülen Tagen geht’s weiter Richtung Cape Cod, wo wir unsere Freunde aus Washington wieder treffen.

 

 

 

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Cape Cod

 

Ahhhh, endlich wieder frische Meeresluft!

Die Reise nach Cape Cod sah auf Google Map kurz aus – schlussendlich waren wir aber ganze 10 Stunden unterwegs bis wir in unserem Guestroom in Chatham die Hybrid Rucksäcke wieder aufschlugen. Hybrid weil wir sie rollen und tragen können, wobei letzteres mich langsam wie eine Schildkröte werden lässt und ich kaum stehen kann. Folglich rolle ich lieberJ.

 

Für diejenigen, die schon mal auf Sylt waren, behaupte ich, dass die Landschaft der von der Nordsee sehr nahe kommt. Die Häuser sind alle in weiss, grau, blau gestrichen und passen perfekt in die Landschaft – bis auf ein Haus welches giftgrün ist. Der Besitzer wollte das Haus vergrössern und renovieren. Die Gemeinde hat es ihm anscheinend nicht erlaubt und deshalb hat er aus Trotz sein Haus in einer Farbe gestrichen, die definitiv nicht ins Konzept passt – ist doch genial, oder?!

 

Ein Tag lang waren wir mit dem Boot von Freunden in der Bay unterwegs und wurden abends in ein absolutes Traumhaus zum grillieren eingeladen, das so schön dekoriert und eingerichtet ist. Caroline, die Hausherrin, würde sicherlich einen Preis dafür gewinnen.

 

Am folgenden Tag waren wir mit dem Velo unterwegs und konnten so das Gebiet rund um Chatham wunderbar erforschen. Die Amis lieben Ihre Autos und so waren wir ziemlich alleine auf den gut ausgelegten Bike Trails. Unbedingt erwähnen muss ich das Blue Fins Restaurant. Wir besuchten es zweimal und wollten sogar ein drittes Mal hin, aber hatten keinen Platz mehr bekommen. L Das beste Pad Thai und die besten Sushi Rolls die ich je gegessen habe! Ich träume immer noch davon....

 

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