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Konnichiwa - Japan in 16 Tagen (Mo, 26 Jun 2017)
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Vietnam - überraschend anders (Tue, 20 Jun 2017)
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Thailand - always a good choice (Mon, 19 Jun 2017)
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Burma - das Land der tausend goldenen Pagoden (Tue, 16 May 2017)
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Caipirinha, Lebensfreude und Samba - Bem-vindo ao Brasil! (Wed, 12 Apr 2017)
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12 Jahre später... Key West & Miami South Beach (Mon, 27 Feb 2017)
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Rastaman Vibration - Yeahhh (Wed, 22 Feb 2017)
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Was für ein Sonnenschein - unser Patenkind Gleide (Sat, 18 Feb 2017)
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In effectivo por favor! (Sun, 15 Jan 2017)
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Hola Amigos! (Sat, 26 Nov 2016)
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Strandleben auf Aruba und Curaçao (Fri, 28 Oct 2016)
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Anada Koknat waata pliss! (Wed, 19 Oct 2016)
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The real Vegas is where the vines are! (Mon, 10 Oct 2016)
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Endlich Vegas! (Mon, 12 Sep 2016)
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Juhuuu wir sind den Fritz los (Sun, 11 Sep 2016)
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What the heck....! (Wed, 31 Aug 2016)
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Where are the Chickens? (Tue, 16 Aug 2016)
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Rollender Fritz  - pick up in Anchorage (Sat, 13 Aug 2016)
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Konnichiwa - Japan in 16 Tagen

In Bangkok, auf den Skytrain wartend, gucken wir beide an ein riesiges Werbeplakat mit dem Slogan „Mit Fly Peach von Bangkok nach Okinawa für 3000 Bhat“ das sind umgerechnet CHF 90.00 one way à. Japan wir kommen!

 

Ein paar Wochen später und ca. 4.5 Flugstunden von Bangkok entfernt, landen wir in Okinawa einer grossen Insel vor Japan. Okinawa kennt man aus der Geschichte mit einer tragischen Vergangenheit während dem Zweiten Weltkrieg. Hier haben wir insgesamt 6 Tage eingeplant, bevor wir von dort aus nach Osaka weiter fliegen.

Alles ist ein bisschen anders in Japan. Check–in, vor der offiziellen check-in Zeit (14.00 Uhr) im Hotel gibt’s nur gegen Aufpreis. Wir kamen um 13.00 Uhr an, aber die Rezeption verlangt umgerechnet CHF 10 pro Person für vorzeitigen Zimmerbezug. Really???

Man erhält immer ein perfekt gebügeltes und Origami mässig gefaltetes Pyjama oder einen Kimono zu schlafen. Jedes Hotel hat eine Art Spa „Onsen“, wo man sich auf einem kleinen Hocker wäscht und dann in 40 Grad warmem (für Ihn heissem, zu heissem) Wasser badet.

Es gibt nirgends Abfalleimer. Wir machen es uns zum Sport, derjenige, der den ersten findet, hat gewonnen. Erst viel später in einer U-Bahn Station in Kobe sehen wir einen einsamen Abfalleimer. Bis dahin haben wir jedoch schon längst gelernt unseren eigenen Abfalleimer immer dabei zu haben. Da wird einem wenigstens mal wieder bewusst, wie viel Müll man so an einem ganzen Tag „sightseeing“ produziert.

Wir erfahren erst in Kobe von einem Freund, der zufälligerweise dort gerade japanisch lernt, dass die Regierung alle Mülleimer aufgrund eines Bombenanschlages hat entfernen lassen. Schluck – jetzt bin ich froh die Dinger sind weg. Bezüglich Sicherheit haben wir uns in Japan puddelwohl gefühlt. Wir sind sogar auf Klo und haben unsere Taschen draussen unbeaufsichtigt stehen lassen.

Sauberkeit ist genau so unglaublich beeindruckend – nicht mal in der Grossstadt Tokyo liegt was am Boden – nichts – man könnte auf der Strasse picknicken. Die Autos sind alle so leise, meistens Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. In Okinawa fahren praktisch alle kleine quadratische Schuhschachtel ähnliche Elektroautos, die langfristig die Umwelt schützen.

Wenn ich Japan in 2 Worten beschreiben müsste, würde ich sagen „ aufgeräumt und ruhig“.

Höflichkeit ist ebenso gross geschrieben. Ich fühle mich wie in einer Blase der perfekten Welt, wo all die Dinge an denen wir uns ständig aufregen, einfach funktionieren. Es gibt kein Gedränge in den U-Bahn Stationen, die Mülleimer sind nie überfüllt, Rauchen und dann die Kippen vor dem Einsteigen noch kurz auf die Gleise schmeissen, gibt’s nicht.  Die Taxifahrer tragen weisse Handschuhe, öffnen und schliessen die Türen IMMER für den Fahrgast. 

Fashion ist hier allgegenwärtig. Tokyo ist mein neues Shoppingparadies, dicht gefolgt vom „evergreen“ Bangkok. Aber eigentlich hab ich gar keinen Platz mehr im Koffer. Man findet jedoch immer ein kleines Plätzchen, wo man irgendwie noch was reinstopfen kann – oder dann eben in seinem Koffer auslagern.

Uups jetzt bin ich abgeschweift - zurück zu Okinawa. Gleich am zweiten Tag fahren wir mit dem Bus der Küste entlang und mieten uns ein Velo um die Fukugi-Bäume Allee abzustrampeln, wunderschöne riesige Bäume mit weissen Sandstrassen. Das Meer ist glaskar und schimmert uns in verschiedenen grün und türkis Tönen entgegen.

Es gibt hier unzählige kleine Inseln mit super Tauch- und Schnorkelspots, die wir eigentlich anschauen wollten. Okinawa selbst ist schon so vielfältig, dass wir hier bleiben und zur Kouri-Insel fahren, welche mit einer Brücke verbunden ist. Dort machen wir es uns nochmals zwei Tage in einem tollen Bungalow mit Sicht auf das Meer gemütlich. Für die Gossip Gierigen unter euch - wir verloben uns hier auf dieser Insel - wie und wo Er mir den Antrag stellte, verrate ich aber nur bei persönlichem Gespräch bei Kaffee und Kuchen. :-)

 

Von Okinawa fliegen wir nach Osaka, verbringen einen Abend in der quirligen Stadt, die uns auf den ersten Blick sehr gefällt und reisen dann am nächsten Morgen weiter nach Kobe. Wer gerne Kobe oder Wagyu Fleisch ist, der sollte sich hier mal ein paar Tage vergnügen. Restaurant an Restaurant alles verkauft das stark marmorierte, zarte Fleisch von den Tajima-Rindern. Ich bleibe trotzdem Vegetarier und schnappe mir jeweils das Gemüse vom Grill.

Kobe gefällt uns ebenfalls sehr, aber wir müssen weiter, denn die letzten Wochen unserer Weltreise müssen wir einen Zahn zulegen. Überall 4-5 Tage zu verweilen liegt jetzt nicht mehr drin - schön war's aber trotzdem. Und genau deshalb macht eine Weltreise so viel Spass - weil man sich überall die Zeit nehmen kann und richtig in eine Stadt oder Region eintauchen kann. 

Next Stop ist Kyoto - herrlich ist's hier, unsere 3 Nächte verfliegen und abends fallen wir jeweils todmüde ins Bett. Und trotzdem gibt's noch so Vieles zu sehen. Von Geishas die abends auch die Gassen huschen, haben wir viel gehört und tatsächlich - am zweiten Abend sehen wir ein paar Geishas, die mit kurzen zackigen Schritten, wie Geister aus eine anderen Welt wieder hinter einer Papiertür verschwinden. Eine Geisha zu fotografieren ist verboten und eine zu treffen und beim Abendessen unterhalten zu werden, ist unglaublich teuer und nicht ganz so einfach zu organisieren.

Wir gönnen uns dafür eine Tee Zeremonie - die auch sehr eindrücklich ist. Die Japaner lieben Zeremonien und klar definierte Abläufe. Als Schweizer und nach 10 Monaten routinelosem Herumreisen passt mir das wunderbar.

Wir beenden unsere Japan Reise in Tokyo, finden ein tolles Air Bnb Apartment und verbringen viel Zeit mit dem U-Bahn System von Tokyo. So nach drei Tagen haben wir den Dreh raus und könnten noch lange so weitermachen, vom Katzen-Kaffee, zur Hachiko Statue, über eine Day-House-Party zu Shopping und Sushi bis zum Umfallen.

Glücklich und wehmütig fliegen wir weiter nach Bali. Japan wir kommen zurück - es gibt noch so Vieles zu sehen, wir konnten in den 16 Tagen gerade ein bisschen an der Oberfläche kratzen.

 

 

 

 

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Vietnam - überraschend anders

Über Vietnam haben wir nur Gutes gehört und nun ist es an der Zeit, dass wir unsere eigene Meinung bilden.

Unser erster Abend in Hanoi lässt uns euphorisch werden über die bevorstehenden 3 Wochen. Die Altstadt ist voll von kleinen schnuckeligen Kaffees und Restaurants. Die Einheimischen hocken alle auf Mini-Plastik-Hocker und essen draussen auf der Strasse. Ab und zu hört man ein „Krack“ von den Touristen welche sich ebenfalls auf den Stühlchen versuchen niederzulassen.

Wir haben Glück und am nächsten Tag ist die Stadt komplett autofrei und nur Kinder mit Elektroautos sind zugelassen.  Vom Porsche zu Traktor und Hummer fährt nun alles im Mini-Format die Strassen entlang.

Nach 2 Nächten haben wir’s gesehen und fahren mit dem Bus weiter nach Sapa – eine kleine Stadt auf 1600 Meter Höhe und Ausgangspunkt für Trekkingtouren zu den Bergvölkern. Die Stimmung hier ist komplett anders als in Myanmar, wo wir ebenfalls Trekking Touren zu den Bergvölkern unternommen haben. Die Menschen sind sich schon so an den Tourismus gewöhnt und davon abhängig geworden. So hängt uns ständig jemand in den Ohren und will uns was verkaufen. Kleine Mädchen, die einem den ganz Weg hinterherlaufen und am Ende mit grossen Augen so traurig gucken, dass man gar nicht anders kann als was abzukaufen. Die Stadt an sich ist laut, weil ständig gehämmert wird und die einst schöne Natur wird zugebaut mit grossen Hotelkomplexen direkt in Hanglage. Sapa ist wunderschön aber auch leider dem Tourismus zu stark in die Hände gefallen.

Wir ziehen weiter mit einem Schlafbus in Richtung Halong Bay – dass war ne fahrt ich sag’s euch.  10 Stunden lang ein hustender, rülpsender und Schleim produzierender Vietnamese direkt vor uns und ein Busfahrer der sich vor Abfahrt noch kurz ein paar Läuse hat entfernen lassen. Sobald der Bus hält, spucken erstmal alle auf den Boden, gehen aufs Klo ohne die Hände zu waschen und essen noch irgendwas ekliges wie z.B Hühnerbeine.

Bis jetzt gefällt uns Vietnam gar nicht – auch das überfüllte und von Müll und Öl verschmutzte Halong Bay kann uns nicht begeistern. Die Stimmung am Abend auf einem der in die Jahre gekommenen Holzboote ist jedoch wunderbar – einen guten Deal bekommt man, wenn man erst am Tag davor bucht – ansonsten sind CHF 300.- bis 800.- für eine Nacht  ganz normal. Die Qualität stimmt aber bei weitem nicht überein mit den überrissenen Preisen.

Wir überlegen schon das Land frühzeitig zu verlassen und noch ein bisschen mehr von Thailand zu sehn bevor es nach Japan geht. Zum Glück machen wir das nicht, denn  etwas weiter südlich lieg Hội an, eine Küstenstadt mit ca. 75'000 Einwohnern am Südchinesischen Meer gelegen und eines der schönsten Orte, die wir je bereist haben. Hier würde ich sofort wieder hinkommen und empfehle jedem mal eine Woche hier zu verbringen. 

Die Stimmung ist unglaublich friedlich bis auf die allabendlichen verbalen Beschimpfungen unter den einheimischen Frauen, welche den Touristen ihre schwimmenden Kerzen verkaufen wollen. Meistens schritt dann zum schlichten die Polizei ein, bis es soweit war, bildete sich jeweils eine Traube voller Schaulustiger, die gespannt das Spektakel verfolgten.

Die kleine Stadt ist autofrei, französische Musik läuft aus den Lautsprechern in den Strassen, abends leuchten die tausend Laternen, man fährt mit dem Velo durch die Gassen und hält irgendwo in einem der vielen tollen Restaurants. Hier haben wir endlich mal richtig gut Vietnamesisch gegessen und freundliche Vietnamesen kennengelernt. Die letzten 4 Nächte verbringen wir in Saigon oder wie sie nach der Wiedervereinigung 1976 von Nord- und Südvietnam genannt wird, Ho-Chi-Minh-City. 

Drei mal essen wir beim gleichen Inder um die Ecke, weil's  einfach so unglaublich gut war - jeden Abend nahmen wir uns vor zum Abschluss nochmal vietnamesisch zu probieren, aber irgendwas hat uns einfach immer magisch zu diesem Inder reingezogen. Vielleicht hätten wir noch Indien bereisen sollen - auf unserer nächsten Weltreise dann.

Die Stadt gefällt uns überhaupt nicht und die vielen Scooter die bei grün, gelb und rot gleichermassen die Strassen überqueren und einem den Abgas ins Gesicht pusten, können uns nach einem Tag bereits gestohlen bleiben.

Ein Tagesausflug zum Tunnelsystem von Cu Chi mit anschliessendem Besuch im Kriegsopfer Museum ist ein Muss und gibt einem Einblick in die tragische Vergangenheit der Vietnamesen, die noch gar nicht lange zurück liegt.

 

Shopping soll anscheinend genial sein - aber wir können uns vom Angebot nicht begeistern.

Ein altbekanntes Produkt öffnet uns allerdings erst in Vietnam die Augen und unsere Geschmackssinne - Kaffee! Der ist hier unglaublich gut, besser als überall auf der Welt. Sogar Kolumbien kann hier zusammenpacken.

Wir treffen uns mit einem Kaffee Produzenten um mehr über die Top Qualität zu erfahren und bleiben in Kontakt. Mit einem Kilo Kaffee im Gepäck gehts wieder zurück zu unserer Lieblings-Dreihscheibe Bangkok.

 

 

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Thailand - always a good choice

ER:

 

Von Yangon fliegen wir zurück in unsere geliebte Stadt Bangkok. Reisen kann anstrengend sein, wenn man stets unterwegs ist, jeden Tag oder jeden zweiten in Hotels ein- und auschecken muss. Ok, das ist Klagen auf höchstem Niveau. So entscheiden wir uns in Thailand drei Wochen einzuplanen und beschliessen je eine Woche auf Ko Samui, Ko Tao und Ko Phanghan zu verbringen.

Es wird Zeit an Fitness zu denken, da ja bald wieder Sommer ist und die Herkules-Figur mit Sixpack an der Tagesordnung sein muss. Ich beziehe mich auf den Schweizer Sommer, denn Sommer haben wir seit rund 10 Monaten seit Beginn der Weltreise. Für mich persönlich war das Wichtigste in Bezug auf Planung unserer Reise die Route so zu legen, dass wir stets in der besten Reisezeit des jeweiligen Landes unterwegs sind. Dies ist uns bis jetzt gelungen und die Monsunzeiten konnten wir umgehen.

 

Nachdem wir den sechsfachen Weltmeister in Muay Thai kennengelernt haben und wir bereit für strenge Fitness und hartes Training sind, melden wir uns in Ko Samui in seiner Muay Thai Schule an. Zu lange haben wir nichts gemacht und uns in netten Restaurants und Cafés vergnügt.  Nach dem ersten Training bzw. am Folgetag bekommen wir dies zu spüren. So verbringen wir eine Woche am Lamai Beach im empfehlenswerten Beluga Hotel abseits von der Touri-Masse vom Chaweng Beach zwischen Muay Thai, Pad Thai und Thai-Massage. 

 

Next Stop: Ko Tao

Von Ko Tao hatte ich so viel Positives gehört. Es soll das Taucherparadies schlechthin sein. So entschied ich mich endlich nach 12 Jahren seitdem ich in Key West Florida angefangen hatte, das Taucher Brevet "PADI" abzuschliessen. 3 Tage soll das Ganze dauern inkl. 4 Tauchgänge, Theorieprüfung etc. für unschlagbare 240 $ USD.

Wir steigen für eine Woche an der Sharks Bay im fabelhaften Jamakhiri Hotel ab . Hier soll es kleine „blacktipped“ Sharks geben. Mehrere Hotelgäste haben dies bestätigt. Nach erfolgreicher PADI Prüfung schliessen wir Freundschaft mit einem indischen Paar aus Mumbai (mit ihr hatte ich das PADI absolviert) und verabreden uns für ein Diving in Ko Phangan beim Sailrock. Dort soll es Walhaie geben, die auch für Schnorchler sichtbar sind. Gut für Corinne!

Fasziniert von der Unterwasserwelt stimmen wir zu und treffen uns zwei Tage später in Ko Phangan zu einem gemütlichen Dinner.

 

Ko Phangan

Partymekka, Chillout Place, Spiritual Vibes und Yoga für alle soll es dort geben. Auch Muay Thai gibt es wie überall in Thailand. Wir buchen diesmal eine einfache Unterkunft in der Nähe des Diamond Muay Thai. Diese Woche soll dem Muay Thai und Tauchen gewidmet sein. Den Secret Beach, von dem Olivia (eine ehemalige Arbeitskollegin) schwärmt, will ich mir nicht entgehen lassen.

Nach Ankunft in der Mangroven Villa, na ja Villa kann man diese nicht bezeichnen, aber mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, fahren wir los zur Diving Site, wo wir mit unseren indischen Freunden mit dem Boot zum Sailrock fahren.

Kaum angekommen spüren wir die Sensation in der Luft. Walhaie! Zwei Walheie chillen gemütlich um den Sailrock rum und zeigen sich von der besten Seite. Wir springen alle ins Wasser mit Maske und Schnorchel und bestaunen die Säugetiere von Nächstem. Ein 4m Walhai war nur 3m von uns und so konnten wir dieses Prachtexemplar von ganz nah beobachten. Corinne will auf Nummer sicher gehen und krallt sich an mir fest. Sie trägt sogar eine Sicherheitsweste um auf dem Wasser gemütlich gleiten zu können. Ich aber nicht! Und so stösst sie mich unter Wasser, ein bisschen näher zum Walhai. Ich sage „Hallo“ auf Baseldyytsch, er versteht mich nicht und tauche wieder auf zur Oberfläche. Dangge Schatz!

Am nächsten Abend treffe ich einen alten Fussball Kollegen aus Aesch, der zufälligerweise auf Ko Phangan seine Ferien verbringt. Seit über 10 Jahren hatten wir uns nicht gesehen. Wir verabreden uns zum Abendessen und quatschen über die letzten Jahren, was so gegangen ist, erinnern uns an alte Fussball- und Partyzeiten und realisieren erst jetzt wie cool das Ganze gewesen ist. Um 3.00 Uhr morgens und 28 Chang Biers später merken wir das es Zeit ist, den Kopf ins Kissen zu drücken und verabschieden uns. Cya in Basel!

Bevor wir Ko Phangan verlassen fahren wir mit dem Scooter runter zu Haad Rin, dort wo es die berauschenden Fullmoon Parties gibt. Dort sollen wir gemäss Olivia ein Boot rüber zu den „geheimen“ Stränden nehmen. Der Tagestripp hatte sich wirklich gelohnt! Tolle Strände, super Food, chillige Hangout Atmosphäre und für Corinne gab es im „Sanctuary“ sogar Yoga. Okay zugegeben es war ein bisschen „abgespaced“ als ein Deutscher uns ansprach, ob wir von Entzündungen gereinigt werden möchten. Er wollte uns einen Stein auf die Brust legen und uns von allem Bösen und Sorgen befreien. Ich sagte ihm, dass wir ein Jahr lang auf Weltreise sind und ich mich nie sorgenfreier gefühlt hatte als jetzt. Er könne seinen tollen Stein irgendwo anders setzen. 

 

Kurz und bündig: Wir haben drei spannende Wochen mit unterschiedlichen Aktivitäten erlebt! Thailand ist immer eine Reise wert und es gibt noch so viele Orte/Inseln zu besuchen. Wie Terminator einst sagte: „I will be back!“

 

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Burma - das Land der tausend goldenen Pagoden

 

ER

Mystisches Myanmar - nach ein paar Tagen in Bangkok geht’s ab in das für uns unbekannte, spannende Myanmar oder wie es früher hiess und von den meisten Einheimischen immer noch genannt wird: Burma!

 

Wir benötigen ein Visum und ein Ticket mit bestätigtem Rückflug – wobei das mit dem Rückflug hätten wir uns auch sparen können – keiner fragt uns danach. Von Bangkok fliegen wir direkt nach Mandalay. Leider ist es nicht das Mandalay Bay Hotel in Las Vegas (auch wenn ich mir das innerlich gewünscht hätte J), sondern die zweitgrösste Stadt Myanmars.

Wie man so schön sagt: „You have one shot to make your first impression“ und der erste Eindruck ist sehr positiv. Die Leute lächeln bei Ankunft, zeigen ernsthaftes Interesse (und damit mein ich nicht Finanzielles), sondern Offenheit für ausländische Gäste, die Interesse und Neugier für ihr Land mitbringen. Wenn man bedenkt, Myanmar hat die Grenzen für den Tourismus erst im Jahre 2010 wieder geöffnet, da von 1988-2010 eine Militärdiktatur herrschte. Man kann es sich in etwa wie Thailand vor 40 Jahren vorstellen. Der Buddhismus wird hier aus unserer Sicht noch intensiver gelebt als in Thailand. Die Leute sind streng gläubig und geben ihr letztes Geld für sogenannte „Gold leafs“ aus. Dies sind viereckige, ganz dünne Papiere, die tatsächlich aus feinen Goldpartikeln bestehen. Diese werden von Hand auf verschiedene Buddha Statuen geklebt. Wir stellen immer wieder fest, je höher der „Buddhismus Faktor“, je friedlicher, angenehmer, freundlicher und herzlicher die Menschen, die diese Religion leben und die Stimmung im Lande prägen.

 

Kaum im Bagan King’s Hotel angekommen, reservieren wir für die nächsten drei Tage je eine Tagestour, inkl. Mittagessen, Eintrittsgebühren, eigenem Fahrer und Tourguide für 18 $ pro Person. In Zürich erhält man für diesen Preis einen Gin Tonic im Plastikbecher.

 

SIE

Was ist nur mit uns los - In Burma werden wir zu richtigen Touris - jeden Tag eine geführte Tour. Aber das ist genau was man hier machen sollte, die Tourguides sind unglaublich gut ausgebildet. Es fühlt sich eher so an wie wenn wir jeden Tag einen neuen Lebensberater an unserer Seite hätten – Buddhismus für Anfänger sozusagen. Ich bin mir sicher, wenn alle Menschen diesen Lifestyle pflegen würden, hätten wir Frieden auf Erden.

 

Es lohnt sich übrigens nur den Flug nach Myanmar zu buchen und dann vor Ort sozusagen „on the go“ die nächsten Steps zu buchen – man kann nicht viel falsch machen. Das Land ist gut erschlossen, mal nehmen wir den Bus mal ein Boot den Fluss hinunter und einmal wandern wir selbst zum nächsten Dorf. Diejenigen welche alles vorab buchen, zahlen einfach das 5-fache von dem was man vor Ort bezahlt und dies direkt dem lokalen Anbieter, d.h. das Geld fliesst direkt ins Land. Unsere 18 Dollar Tagestour haben unsere Italienischen Freunde aus der gleichen Gruppe mit 120 Euro vorab beim Reisebüro bezahlt. Das grosse Stück Kuchen kassiert das Reisebüro in Europa. Sollte es nicht umgekehrt sein?

Nur ein Globetrottel bucht bei Globetrotter“ – unser neuer Spruch seit wir mit dem Camper „Fritz“ in Kanada und Alaska unterwegs waren. Eines unserer grössten „Learnings“ auf dieser Reise. IMMER DIREKT BUCHEN. Ah, das hat jetzt gut getan – sorry Reisebüros.

 

Warum spucken viele Burmesen eigentlich ständig so rotes Zeug auf den Boden? Oft verschwinden sie auch einfach kurz, wenn  man sie etwas fragt und tauchen dann lächelnd mit roten Zähnen wieder auf. Am nächste Tag finden wir heraus, dass viele süchtig sind nach Bitternüssen, eingewickelt in grüne Blätter zusammen mit Gewürzen. Den ganzen Tag liegt das Bündel im Mund und verursacht so die roten Lippen und Zähne - sieht aus wie bei Dracula zuhause - whuuaaaa. Belebt anscheinend wie Kaffee und hält den Geist wach. Leider hat das Zeug auch eine Krebs erregende Wirkung und OP`s im Rachen und Mundraum sind keine Seltenheit. 

 

Von Mandalay reisen wir nach 4  Nächten mit dem Boot nach Bagan. Die Aussicht auf die vielen Pagoden, ab und zu ein paar Fischer, leckeres Essen und gute Gespräche mit anderen Reisenden lassen die 12-stündige Fahrt im Nu verfliegen.

Bagan ist sehr staubig, weil wir gerade in der aufkommenden Trockenzeit reisen. Es gibt keine geteerten Strassen, dafür aber ungefähr 2000 gut erhaltene Pagoden aus Ziegelsteinen, eine der grössten archäologischen Stätten Südostasien. Das ist wirklich unglaublich schön zum Ansehen. Bekannt ist Bagan auch von den Bildern mit den Heissluftballons, welche als bunte Punkte über die Pagoden schweben, während die Sonne aufgeht. So schön diese 30 minütige Ballonfahrt auch sein mag – „A TESTA“ (= pro Kopf) kostet die CHF 320.- Stutz. Da lachen sogar die Burmesen nur kopfschüttelnd darüber und können es gar nicht glauben, dass wir Westler (nicht Wrestler) dafür soviel Geld ausgeben. Unser Tourguide hat eine viel bessere Idee und bringt uns zum Sonnenuntergang auf eine verlassende Pagode auf die wir hochklettern dürfen, um von dort „fast“ die gleiche Aussicht zu geniessen.

 

Zwei Nächte in Bagan sind perfekt und wir reisen diesmal mit einem komfortablen Bus nach Kalaw – ca. 10 stunden holpern wir hupend die kurvigen Strassen entlang. Ich find’s genial zum Schlummern und ER freut sich auf die Ankunft.

Irgendwo hab ich gelesen das Kalaw ein Trekking Ausgangspunkt sei um von dort zum Inle Lake zu wandern. Wir haben nichts vorab gebucht und lassen uns mal überraschen. In unserem 360 Grad Hotel das tatsächlich komplett rund gebaut ist, sind wir neben einer indischen Familie die einzigen Touristen. Kurz an der Reception nachgefragt sitzen wir eine Stunde später mit unserem Tourguide zusammen und besprechen die Route für die nächsten 2 Tage.

Ich habe in Burma nie das Gefühl, dass mir eine Tour verkauft wird – sondern dass ich immer diejenige bin, welche diese Tour unbedingt erleben möchte. Das nenn ich mal ne clevere Verkaufstaktik – die Burmesen haben das irgendwie im Blut – ehrlich, selbstbewusst und neugierig.

Am nächsten Morgen stapfen wir zusammen mit unserem Guide durch Reisfelder, Ingwer- und Bohnen Plantagen. Nach 4 Stunden machen wir halt bei einer Bauernfamilie. Wir ahnen schon, dass uns jetzt das Mittagessen blüht und überlegen uns bereits, wie wir uns da rausreden können – unsere Angst vor Durchfall und Co. ist hoch.

Der erste Hoch-Risiko Drink wird serviert – frisch gestampfte Erdbeeren in Milch – und was nun? Ablehnen wäre ja extrem unhöflich – ausschütten geht nicht, da wir sozusagen in ihrem Schlafzimmer sitzen und unten Kühe umherlaufen – das würde sofort auffallen, wenn die Erdbeer-Matsch auf ihrem Kopf hätten. ER macht sich’s einfach und schiebt mir seinen Drink zu – jetzt hab ich zwei – Danke. Ich probiere mal – vielleicht schmeckt’s ja nicht, dann hab ich wenigstens ne ehrliche Ausrede.

Diese Erdebeer-Matsch-Milch schmeckt genial und ich trinke beide leer – danach folgt eines der besten Reisnudel Gerichte die ich je in meinem Leben gegessen habe „Shan-Nudeln“ mit einer Erdnuss-Tamarinden Sauce – die sind so lecker, dass ich ein paar Tage später extra noch einen Kochkurs belege, um das Gericht in der Schweiz nachkochen zu können. Nach zwei Stunden Pause wandern wir weiter zu den Bergvölkern hoch und übernachten bei einer Familie zuhause. Duschen tut man sich im Freien. Mit einer Schüssel schöpft man das erfrischend kalte Wasser über sich – und geschlafen wird auf ein paar Decken in einer Strohhütte. Zur Sicherheit befestige ich noch das Moskitonetz in einer aufwändigen Konstruktion über uns. Der Hausherr lacht mich aus und meinte nur, dass es keine Moskitos gibt . Ich hab ehrlich gesagt auch mehr an die vielen Spinnen um uns herum gedacht. Die sind aber alle weg, sobald ich das Netz montiert hatte.

Hier oben in den Bergen ist es unglaublich friedlich, die Menschen sind interessiert, wollen uns unterhalten und sind offen um über Politik zu sprechen.

Wir essen wieder unglaublich gut – wie machen die das nur? Auf offenem Feuer 6 verschiedene Gemüse Sorten, Reis, Nudeln und Pommes Frites – ich schaue den Frauen ein bisschen zu und bin beeindruckt von der Organisation.

 

In der Nacht schleichen sich Kühe und Büffel um unsere Hütte, irgendwann schlafen wir aber ein und erwachen zum Geräusch von Holzkarren, die von Büffeln gezogen werden. Ab und zu trifft man auf ein Touri-Grüppchen. Man fühlt sich aber trotzdem noch wie die ersten Entdecker dieses Volkes und so wandern wir glücklich und zufrieden am nächsten Tag zum Inle Lake.

Lynn unser Tourguide ist inzwischen ein Freund geworden und wir bleiben auf Facebook verbunden. So erfahren wir fast täglich was er gerade so treibt. Die Burmesen sind erstaunlich aktiv auf Facebook und es macht Spass ihre Kringelschrift im Google Translater zu übersetzen.

 

Wir überlegen lange, ob wir auf dem Inle Lake oder nahe am Inle Lake übernachten sollen – landen dann aber weit weg im wunderbaren Mount Inle Hotel & Resort. Der Inle Lake ist voll von lauten knatternden Booten und den berühmten einbeinigen Ruderer. Einige Schilder weisen bereits darauf hin, dass der Umweltschutz ein Thema ist und sich der See hoffentlich bald wieder erholen kann und zurück zu seinem klaren, blau schimmerndem Wasser findet. Ich bin sicher die Burmesen bekommen das in den Griff.

 

Zum Abschluss verbringen wir noch ein paar Tage in der Hauptstadt Yangon, werden von Burmesen zum Abendessen eingeladen und verlassen das Land in absoluter Glückseligkeit. Ich würde sofort wieder nach Myanmar fliegen, es gibt noch vieles, was wir nicht gesehen haben. Das Land ist riesig, hat ca. 55 Mio. Einwohner, eine neugewonnene Freiheit, und Menschen die Gier und Eifersucht nicht zu kennen scheinen. Es lebe der Buddhismus!

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Caipirinha, Lebensfreude und Samba - Bem-vindo ao Brasil!

Wir landen in Belém - endlich! Ich dachte schon wir kommen nie von diesem Himmel runter. Gebucht hatten wir ein Ticket mit drei Flügen von Miami nach Belém, daraus wurden dann vier mit zusätzlich zwei Stunden über Belém kreisen, in Cayenne auftanken und nochmals zwei Stunden vor Landung rumkreisen. Gemäss Captain waren die Wolken zu dicht. Dieser Trip hat auch nicht gerade dafür gesorgt meine leichte Flugangst zu kurieren - aber hey wir sind gelandet, was will man mehr. Brasil!!!!

 

Von Belém gehts nach einem kurzen Sightseeing Trip in eine ehemalige Hafenanlage mit Restaurants und Geschäften zwei Tage später weiter nach Fortaleza. Dieser Flug bringt mir ebenfalls nicht die erwünschte "Flugangst-Erlösung" - ein Meter über der Landebahn gucken wir alle ziemlich blöd als der Jet durchstartet um nochmals ein bisschen über den Wolken zu kreisen um dann schliesslich zu landen - diesmal anscheinend zuviel Aufwind. Gut kann ich das auch unter "things to experience" abhaken.

In Fortaleza bleiben wir nur eine Nacht um dann ins viel gelobte, abgelegene Wüsten-Dörfchen Jericoacoara für Hippies, Kitesurfer, Aussteiger und solche die einfach gerne Barfusslaufen, abzutauchen. Hier ist alles auf Sand gebaut, sogar meinen Flip Flops wird es wohl langweilig werden. Nach einer holprigen Fahrt durch die Dünen kommen wir an und ziehen erstmal unsere Schuhe aus. Die Landschaft ist unglaublich speziell - Wüste und Dünen, kombiniert  mit Meer und Palmen - wie ist denn das möglich? In Jeri, dass früher mal ein kleines Fischerdörfchen ohne Strom war, hat sich wohl einiges verändert in den letzten 20 Jahren. Motor-Buggies und Pferdekutschen mischen sich und transportieren Gepäck und Touristen umher. Nach Sonnenuntergang sind keine Fahrzeuge mehr erlaubt und das Dörfchen mit seinem grossen Hauptplatz wird durch viele kleine Strassenstände und Musiker erweckt. Ich schlendere gleich mal zur nächsten Massageliege und er zieht sich das Fussballspiel Napoli gegen Real Madrid rein. Seine 3 Bier kosten gleichviel wie meine Massage - das nenn ich gute Kostenteilung. 

Hier lässt sich's wunderbar ein paar Tage verbringen und dass süsse "Nichts Tun" zelebrieren. Kite surfen war uns dann doch etwas zu anstrengend - das muss man ja erstmal lernen und das Meer zeigte sich jetzt auch nicht gerade von seiner schönsten Seite, eher so eine Art grosser, warmer Tümpel. Das lag aber anscheinend an der Jahreszeit - heiss und schwül, dafür weniger Touris und bessere Hotel-Deals - ja alles kann man nicht haben. Aber mir ist diese Version lieber - wenn man sowieso nicht viel tut, dann ist heiss und schwül auch ok - hehe.

 

Zurück in Fortaleza fliegen wir nach Natal um von dort in ein kleines Städtchen namens Pipa, direkt an der Südküste im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte. Pipa hat durchschnittlich 28 Grad und 300 Sonnentage - ja liebe Schweiz, das soll dir ruhig peinlich sein!

Hier gefällt's uns noch besser als in Jeri und wir bleiben 4 Tage bei weiterhin süssem "Nichts Tun" und gutem Essen - in Pipa finden wir kleine Gourmet-Tempel zum Preis einer Schweizer Imbissbude - wir (fr)essen uns durch, treffen auf viele tolle Leute und freuen uns besonders auf ein Wiedersehen mit Sebastian & Flávia. 

 

Weiter gehts an den Karneval nach Recife. Am gleichen Morgen stellen wir fest, dass wir unser Hotel in Recife zum falschen Datum gebucht hatten. Man könnte jetzt sagen, gut nach so vielen Buchungen kann einem ja mal ein Fehler passieren, auch wenn man nach dem 4-Augen Prinzip bucht, andererseits ist das auch das einzige was wir so an Arbeitsbelastung haben. Je weniger man tut, desto weniger arbeitet wohl das Hirn. Tatsächlich kriegen wir dann aber gegen den Karneval-Aufpreis wieder alles ins Lot und können spät Abends nach einer langen Busfahrt einchecken. Den Karneval zu finden ist gar nicht so einfach - wir landen erstmals nur in den Vorbereitungen und erfahren, dass wir einen Tag zu früh sind - so sehn wir dafür die vielen, farbigen Häuschen in der Altstadt von Olinda in ganzer Pracht und haben die Strassen fast für uns alleine. Olinda ist seit 1982 UNESCO-Welterbe und eine der ältesten Städte Brasiliens mit barocker Architektur.

Am nächsten Tag teilen wir die Strassen mit 1 Million feiernder Brasilianer und sind froh einen Tag vorher bereits da gewesen zu sein.

Berühmt ist der Karneval in Olinda für die Bonecos de Olinda (Puppen aus Olinda), über zwei Meter große Puppen aus Pappmaché mit einem Schlitz in der Mitte für den Träger zum rausgucken. 

Anscheinend sollte man wegen der Sicherheit und so, nach Sonnenuntergang besser wieder zurück in den anderen Stadtteil und so schleppen wir uns verklebt, verschwitzt und nach SKOL-Bier stinkend, raus aus dem Getümmel und rein in ein tiefgekühltes Taxi. Unser Immunsystem hat aber gelernt und Klimaanlagen, trockene Flugzeugluft und Abgase können uns nichts mehr anhaben "Holz alänge".

 

Next stop ist die zweite Karneval Hochburg von Brasilien - Salvador do Bahia. Wir übernachten wortwörtlich inmitten des Karnevals - auch meine Oropax - die klebrigen aus Wax, welche den ganzen Gehörgang versiegeln - versagen. Das Hotel "Solar Dos Deuxes" ist ein absoluter Traum mit Blick auf die prunkvolle Kirche São Francisco und so ist die Nähe zum Karneval, inmitten der historischen Altstadt Pelhourino, das Getrommel wert.

Mit dem Aufzug "Lacerda Elevator" gelangen wir von der oberen Stadt in den unteren Teil und trotten mit der Menschenmasse Richtung Umzug um die 45 Tonnen Trucks mit den singenden Stars zu begrüssen. Ich hab irgendwo gelesen, dass wenn man an diesem Umzug mitmacht, dessen Seele für dass Jahr gereinigt sei. Bei mir sind es eher die Ohren - die Dezibel Stärke ist so hoch, dass es anfängt zu Pfeifen.  Vielleicht sollte ich in die Hörgerätebranche investieren.

Wir suchen das Weite und lassen uns mit dem Lift wieder zurück in das schöne Altstadt-Nest befördern. Hier gefällt`s uns viel besser -  überall Konzerte mit verschiedenen Musikrichtungen, Umzüge, kleinen Bars und Restaurants und viele Familien mit Kindern, die bis morgens um 3 Uhr als Marienkäfer oder Superman verkleidet rumhüpfen.

Nach einem kurzen Abstecher nach Praia do Forte - ein schicker, kleiner Ferienort und ehemaliges Fischerdörfchen zum gut Essen und rumschlendern, fliegen wir nach Brasilia um von dort direkt nach Goiânia zu reisen und Lily und Bruno zu besuchen. Das Brasilien-Schweiz Ensemble ist vor 2 Jahren hierhin ausgewandert und wir freuen uns für ein paar Tage ein bisschen in ihr Leben einzutauchen. Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, wir haben es sehr genossen bei euch. Es lebe Mr. Fit - Bruno's und Lily's kleines, gesundes Fast Food Bistro, inmitten der Reichen und Schönen von Goiânia!

 

Rio empfängt uns ebenfalls mit perfektem Sonnenschein und wir versuchen so viel wie möglich von dieser lebhaften Stadt zu sehen. Am Strand von Ipanema herrscht eine Dauer Boot-Camp und Crossfit Stimmung - alle sind sich am trimmen - würde uns auch mal wieder gut tun - denken wir uns. Wobei ER versucht's am nächsten Tag mal mit einem frühen Strand Jogging und prahlt mir danach den ganzen Tag die Ohren voll, was ER heute bereits alles geleistet hat...

Von hier aus zieht es uns für ein paar Tage noch auf die Insel Ilha Grande, bevor wir dann den Kontinent wechseln und innerhalb von 3 Tagen mal wieder unseren ökologischen Fussabdruck ziemlich schwarz aussehen lassen und mit vier Flügen nach Bangkok übersiedeln.

Ilha Grande ist ein kleines Paradies - hier könnt ich eine Weile hängen bleiben - das Meer ist wunderbar klar, es gibt über 80 verschiedene Strände, ein Vegie Restaurant, viele Touren zum selbst entdecken. Autos und Motorräder sind auf der Insel verboten, wie genial! Die Vergangenheit der Insel ist allerdings wenig romantisch - 1903 wurde es zum Brasilianischen Alcatraz, 1994 dann wieder abgerissen und danach für Touristen zugänglich gemacht. Generell haben wir uns in Brasilien überall sicher gefühlt, aber ständig von allen Seiten Horror-Stories von Überfällen gehört. Wir haben's jetzt auch nicht darauf ankommen lassen und immer schön brav alles im Hotel Safe verstaut (meistens).

Fazit: Brasilien war für uns neben Kolumbien das Land wo wir in Bezug auf Kriminalität am meisten Respekt hatten - aber nichts ist passiert. Im Gegenteil wir haben uns überall pudelwohl gefühlt und sind auf viele sympathische, ehrliche und lebensfrohe Brasilianer gestossen.

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